Konzept - Informatik in der Volksschule

 

Hardwarekonzept: Informatik in der Volksschule

Informations- und Kommunikationstechniken (IKT) greifen in alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft ein. Die Themen Informatik und Internet gewinnen daher auch für die Volksschule laufend an Aktualität. Für den Unterricht in allen Bereichen der Volksschule werden zunehmend Unterrichtsmittel geschaffen, für deren Einsatz Informationstechnologien vorausgesetzt werden. Deshalb ist es unerlässlich, dass die Schulen mit Computern ausgerüstet werden.

 

Das Konzept zur Informatik in der Volksschule gibt detailliert Auskunft zu Fragen wie: Computer am Lehrerarbeitsplatz, Präsentation der Schulen im Internet, Hardware- konzept, Umsetzung und Sicherheitsaspekte. Im Weiteren wurden technische Richtlinien und Weisungen zu Netzwerkinstallationen erlassen.

 

Das Konzept und die Richtlinien können nachfolgend als pdf-Dateien heruntergeladen werden.

 

Weisungen zur Benützung des Internets und weiterer Informations- und Kommunikationsmedien (ICT)

Auf den 1. Januar 2007 hat der Erziehungsrat des Kantons St.Gallen Weisungen zur Nutzung des Internets und weiterer Informations- und Kommunikationsmedien (ICT) erlassen. Die Weisungen sind im Handbuch Volksschule unter Punkt 4.21 zu finden oder können unter folgendem Link heruntergeladen werden: Weisungen

 

Pädagogisches Konzept: Computer im Unterricht

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Der Umgang mit dem Computer hat sich zu einer Kulturtechnik entwickelt. In der Berufswelt sind Computer alltägliche Arbeitsmittel, in der Freizeit dienen sie in verschiedenen Formen der Unterhaltung. Diese Entwicklung macht auch vor der Schule nicht halt. In der Volksschule dient der Computer als Lernwerkzeug, als Informations- und Kommunikationsmedium und ist ein ideales Hilfsmittel für den individualisierenden Unterricht. Im Zentrum des Unterrichts stehen die Lernenden, die Ziele und die Inhalte.

 

'Der Computer ist nicht Mittelpunkt, sondern ein Mittel. Punkt.'

Das Konzept: "Computer im Unterricht" nimmt zu folgenden Punkten Stellung:

  • Bedeutung des Unterrichtsgegenstands
  • Bedeutung und Ziele der Informatik in der Volksschule
  • Einsatzmöglichkeiten und Fertigkeiten der Lehrpersonen

Das ausführliche Konzept kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.

 

Evaluation des Informatikkonzeptes in der Volksschule des Kantons St.Gallen - Ergebnis

Im Januar 2001 hat der Erziehungsrat den Startschuss für die "Informatik in der Volkschule" gegeben. Die Schulträger und der Kanton haben auf der Basis des kantonalen Konzeptes in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen und das Konzept umgesetzt.

Die grosse Teilnahme der Schulträger an dieser Evaluation war sehr erfreulich und zeigt das Interesse an dieser Thematik. Wir danken allen Beteiligten für deren Unterstützung und Mithilfe.

 

Evaluation

Mit einer breiten Evaluation, die vom Institut für Bildungsevaluation der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Schwyz im letzten Schuljahr durchgeführt worden ist, wurde der aktuelle Stand in den Schulen erhoben.

Die Evaluation wurde in einem dreistufigen Verfahren durchgeführt: Kurzerhebung bei allen Schulträgern der Volksschule im Kanton, detaillierte Erhebungen bei ausgewählten Schulen und Experteninterviews zu den ersten Ergebnissen.

An der Kurzerhebung haben 87 Schulträger teilgenommen, was einem Rücklauf von 75% entspricht. Auf der Basis der Trägerschaftsbefragung wurden sechs Vertiefungsschulen ausgewählt und einer vertieften Evaluation unterzogen. 102 Lehrpersonen und 521 Schülerinnen und Schüler gaben auf einem Fragebogen ihre Einschätzungen ab. Zusätzlich wurden die Ergebnisse in fünf Fokusgesprächen vertieft. Die Ergebnisse wurden abschliessend mit sechs Fachpersonen aus dem Bereich ICT und Schule mittels Experteninterviews diskutiert und beurteilt.

 

Ergebnis der Evaluation

Das Ergebnis der Evaluation zeigt auf, dass der Kanton St.Gallen dank konsequenter Einführung und Umsetzung des ICT-Konzeptes im interkantonalen Vergleich im vorderen Feld liegt. Der Computer zählt heute zum Arbeitsalltag der Lehrpersonen. Die Nutzung von ICT im Unterricht durch Schülerinnen und Schüler findet allerdings nur eingeschränkt statt.

 

Konzeptionelle ICT-Situation: Fast alle Schulen verfügen über lokale ICT-Konzepte. Anschaffungen, Betrieb und Support sind gewährleistet; lokale ICT-Verantwortliche sind eingesetzt. Die pädagogischen Vorgaben des Lehrplans finden recht hohe Akzeptanz. Deren Umsetzung findet allerdings nur teilweise statt und wird kaum überprüft. Der Aufgabenbereich der ICT-Verantwortlichen konzentriert sich weitgehend auf den technischen Support. Für den pädagogischen Support und die Förderung der Medienkompetenz der Lehrpersonen stehen jedoch keine Ressourcen zur Verfügung.

 

Umsetzung der ICT-Situation: Die Schulen verfügen über lokale Netzwerke. Die Anzahl Computer, welche pro Klasse zur Verfügung stehen, liegt im Vergleich mit anderen Kantonen im oder leicht über dem Durchschnitt. Lehrpersonen nutzen die Computer vor allem für die persönliche Arbeit. Organisatorisches, administrative Arbeiten, Unterrichtsvorbereitung und Präsentationen stehen im Vordergrund. Die Unterstützungsangebote des Kantons wie Homepage, Unterrichtshilfen und Rezensionen sind bei den Lehrpersonen wenig bekannt. Die ICT-Verantwortlichen nehmen diese Angebote hingegen in Anspruch. Die Weiterbildungsangebote werden als notwendig erachtet, jedoch nur von einer kleinen Anzahl Lehrpersonen in Anspruch genommen. Lokale Angebote in Form von Abrufkursen finden eine höher Akzeptanz und werden vermehrt gewünscht.

 

Schulkultur in Bezug auf ICT: ICT bilden im heutigen Arbeitsalltag der Lehrpersonen ein nicht mehr wegzudenkendes Arbeitsmittel. Schulorganisation, Administration und Unterrichtsvorbereitung bauen je länger je mehr auf ICT auf. Deren weitere Bedeutung und vor allem die breiten Einsatzmöglichkeiten von ICT für die Unterrichtsentwicklung werden hingegen noch selten wahrgenommen.

 

Kompetenzen und Einstellungen der beteiligten Personen in Bezug auf ICT: Drei typische Gruppen von Lehrpersonen zeigen sich auf Grund der Ergebnisse. Bezogen auf die Kompetenzen finden wir an den Schulen Lehrpersonen mit guten, mittleren und schlechten ICT-Kompetenzen. Bezogen auf die Einstellungen gibt es Lehrpersonen mit positiver, indifferenter und negativer Einstellung gegenüber ICT im Unterricht. Es zeigt sich, dass die Häufigkeit der Nutzung von ICT im Unterricht eng einher geht mit den Kompetenzen und den Einstellungen der Lehrpersonen.

 

Handlungsbedarf

Der Schule kommt in der heutigen Mediengesellschaft eine grosse Bedeutung in der Medienbildung zu. Dank den Anstrengungen durch Schulgemeinden und kantonale Fachstellen im Bereich ICT liegt der Kanton St.Gallen im interkantonalen Vergleich im vorderen Feld. Dem Einsatz von ICT im Unterricht und der Vermittlung von Medienkompetenz muss jedoch weiter grosse Beachtung geschenkt werden. Denn Kinder und Jugendliche benötigen viel Unterstützung im Umgang mit neuen Medien, wenn sie kompetent damit umgehen sollen. Damit diese Forderung erfüllt werden kann, sind weitere Anstrengungen von allen Beteiligten notwendig.

 

  • Die lokalen Informatikverantwortlichen nehmen in den Schulen eine zentrale Rolle ein. Sie stellen die reibungslose Nutzung der Technik sicher, müssen sich in einer sich schnell verändernden Materie auf dem Laufenden halten, bilden Lehrpersonen schulintern weiter und unterstützen diese je länger je mehr in pädagogischen Fragen zum ICT-Einsatz. Der Weiterbildung und Vernetzung der Informatikverantwortlichen ist deshalb grosse Beachtung zu schenken. Für die Erledigung der zusätzlich anfallenden Aufgaben im Bereich pädagogischem Support werden zusätzliche Zeitgefässe und die Anpassung der Pflichtenhefte notwendig.
  • Abrufkurse eignen sich optimal für die interne Weiterbildung. Dieser Form wird eine hohe Verbindlichkeit zugesprochen. Schulen sollten deshalb im Bereich ICT vermehrt auf schulinterne Weiterbildungen setzen.
  •  Der Lehrplan wurde im Jahr 2006 mit dem Bereich ICT im Unterricht ergänzt. In diesem Fachbereich werden verbindliche Grobziele für alle Stufen aufgeführt. In der tatsächlichen Umsetzung zeigt sich allerdings, dass diese Verbindlichkeit noch nicht als solche erkannt und kaum überprüft wird. Idealerweise sollte die Verbindlichkeit von den Führungsgremien vermehrt gefördert, gefordert und überprüft werden. Hierzu könnten Jahresziele, Qualitätszyklen oder Visitationsschwerpunkte dienen.

 
Gesamtbericht zur Evaluation "ICT in der Volksschule"
PDF-Datei Evaluationsbericht-ICT in der Volksschule (1505 kb, PDF)   20.10.2010
 

Gleichstellung in ICT - Was heisst das?

In der Schweiz liegt das Potential von Frauen im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) noch weitgehend brach. Obwohl viele Frauen kompetente Anwenderinnen sind, gelten ICT hierzulande immer noch als Männerdomäne. Bei Lehrabschlüssen in Informatik und unter Studierenden in ICT sind Frauen eine krasse Minderheit. Die Schule spiegelt diese gesellschaftliche Situation.

 

Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien gehören heute zwar für eine grosse Mehrheit der Jugendlichen selbstverständlich zum Alltag. Es bestehen jedoch Unterschiede in der Nutzung der Computer. Während sich Mädchen tendenziell eher für ICT- Anwendungen interessieren, übt die Computertechnik bei den Knaben eine Faszination aus. Mädchen haben weniger Zugriff auf moderne Multimediacomputer als Knaben und unterschätzen sich in ihren Fähigkeiten. Mädchen besitzen weniger häufig einen eigenen Computer und auch im Schulzimmer wandert die Maus ohne bewusstes Gegensteuer sehr schnell in Knabenhände.

 

Die Ursachen für diese Unterschiede sind komplex. Eine Rolle spielt, dass die Computerkultur und die Fachsprache immer noch stark männlich geprägt sind. Sie werden mit Technik und Mathematik in Verbindung gebracht ? Bereiche, in denen Mädchen und Frauen ihre Leistungen ebenso unterschätzen. Es fehlen zudem weibliche Vorbilder für Mädchen. Knaben entwickeln häufig "spielend" ihr Interesse an Computern.

 

Was ist unter Sicherung der Gleichstellung zu verstehen?

  • Prinzipiell der Tendenz entgegen wirken, dass ICT eine Männerdomäne bleibt, bzw. als solche erscheint
  • Lehrerinnen und Schülerinnen gezielt motivieren
  • Attraktive Angebote lancieren
  • Hürden und Vorurteile abbauen

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat einen Leitfaden "e-quality-learning" entwickelt. In diesem werden Konsequenzen für den Einbezug von ICT in den Unterricht aufgezeigt:

  • Vorbilder für Mädchen schaffen und Lehrerinnen für ICT motivieren
  • Fokus auf die Stärkung von Selbstvertrauen legen
  • Gendergerechte Lern- und Arbeitsformen einsetzen
  • Attraktive Software und Online-Angebote entwickeln, insbesondere für Mädchen
  • Medienkritische Erziehung leisten
  • Monoedukative Phasen und Angebote einplanen
  • Geschlechterbewusste Pädagogik umsetzen

Aufgabe der Volksschule ist es, den Kindern neben der Schulbildung auch die so genannten Schlüsselqualifikationen mitzugeben. Zum Rüstzeug für ihr privates und berufliches Leben gehören zum Beispiel Teamfähigkeit, Eigenständigkeit, Flexibilität und Mobilität.

Ob alle Kinder und Jugendlichen -Mädchen wie Knaben- heute lernen, mit Computer, Internet, Video und CD-Rom umzugehen, entscheidet die Gesellschaft von morgen.