AMSblatt - Februar 2010

AMSblatt

Periodisch erscheinender Newsletter des Amts für Mittelschulen – Ausgabe Februar 2010

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

An den Mittelschulen stehen die Aufnahmeprüfungen vor der Tür. Wir hoffen, dass diese gut über die Bühne gehen und danken bereits jetzt allen Beteiligten. Die Anmeldezahlen für die sechs Schulen sind bekannt (siehe nachstehend). Es wäre zu begrüssen, wenn namentlich die Fachmittelschulen wieder eine grössere Zahl an Schülerinnen und Schülern aufnehmen könnten, damit dieser Ausbildungsgang nach langen Reformjahren Tritt fassen und seinen Platz in der Bildungslandschaft einnehmen kann. Wir sind in dieser Hinsicht zuversichtlich, denn seit einigen Monaten herrscht nun über die Ausgestaltung und die Anschlussmöglichkeiten der Fachmittelschule Klarheit, und die Jahre der Konfusion und Unsicherheit sind endlich vorbei. Die Anmeldezahlen und verschiedene weitere aktuelle Informationen finden Sie in den nachfolgenden Beiträgen. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

 

Christoph Mattle

Leiter Amt für Mittelschulen

 

Ausbau der Landmittelschulen

Nachdem das St.Galler Stimmvolk im Herbst 2009 dem Bauprojekt "Sanierung und Ausbau der Kantonsschule Heerbrugg" deutlich zugestimmt hat, konnte das Baugesuch eingereicht werden. Der Spatenstich ist für Juni 2010 vorgesehen. Die Bauphase dauert voraussichtlich bis 2013.

Bei der Totalsanierung der Regionalen Sportanlage Sargans machte das enge Kostenkorsett noch einmal eine Zusatzschlaufe nötig. Nun scheint es aber, dass das Kostendach eingehalten werden kann. Baubeginn ist voraussichtlich im Frühling 2011.

Beim Sanierungsprojekt der Kantonsschule Sargans läuft zurzeit die Detailplanung. Die Botschaft für dieses Projekt soll bis Ende 2010 vorliegen.

Beim Bauvorhaben an der Kantonsschule Wattwil wird bis Mitte des Jahres 2010 eine Studie vorliegen, ob die neu eingebrachte Idee eines Campus unter Einbezug der Räumlichkeiten des Thurparks Wattwil die erhofften Synergien bringt. Anhand dieser Studie werden in der zweiten Jahreshälfte weitere Entscheide getroffen werden können.

Vergleichsarbeiten - eprolog

Der Erziehungsrat hat am 17. Februar 2010 die Mitglieder der Begleitkommission eprolog gewählt. Folgende Personen werden die Gymnasien vertreten:

·      Vertretung des Erziehungsrats und zugleich Präsidentin der Begleitkommission:

Maria Gloor-Zigerlig

·      Leiter des Amts für Mittelschulen: Christoph Mattle

·      Vertretung der Kantonalen Rektorenkonferenz: Marc König, Rektor KSBG

·      Vertretung der Kantonalen Fachschaft Germanistik: Marcel Lanz, KSW

·      Vertretung der Kantonalen Fachschaft Mathematik: Marcel Leupp, KSBG

·      Vertretung der Pädagogischen Kommission Mittelschulen: Sonia Fumarola, KSH

·      Jörg van der Heyde, bisheriger Projektleiter von eprolog, Prorektor KSS

·      Vertretung der KSWil: Isabelle Badura

·      Eprolog-Beauftragter: Thomas Scherer, KSBG

·      Kompetenzzentrum Testsysteme des Kantonalen Lehrmittelverlags, Claudia Coray, Leiterin

Jugendaustausch

Die Mittelschulen organisieren jedes Jahr internationale Jugendaustausche mit den Partnerregionen des Kantons St.Gallen in Italien, Tschechien, Polen, Rumänien und Ungarn. Diese Aufgabe wurde bisher vom Dienst für Aussenbeziehungen des Bildungsdepartementes betreut. Seit dem Jahr 2010 ist das Amt für Mittelschulen zuständig für den Internationalen Jugendaustausch. Ansprechpartner ist Chompel Balok, Wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Mehr Koordination beim Gymnasium

Seit wenigen Monaten gibt es die SMAK – die Schweizerische Mittelschulämterkonferenz, ein neues Gremium der EDK. Christoph Mattle, Leiter des Amts für Mittelschulen, gehört dem Vorstand der neuen nationalen Konferenz an. Er stellt die Rolle und die Wirkung der SMAK wie folgt vor:

"Im Bereich der Mittelschulen geniessen die Kantone eine grosse Autonomie. Der Bund und die EDK geben für das Gymnasium lediglich die Leitlinien vor. In der Ausgestaltung ist den Kantonen Vieles überlassen. Das ist gut – aber gleichzeitig auch schlecht. Wenn jeder Kanton sein eigenes Süppchen kocht, gereicht das den Schülerinnen und Schülern nicht immer zum Vorteil. Sie wissen oft nicht, wo sie mit ihrem Maturazeugnis im Vergleich zu anderen Kantonen oder gar zu anderen Ländern stehen.

Die neue Mittelschulämterkonferenz kümmert sich um folgende Fragen: Welche Ziele wollen wir mit der gymnasialen Maturität erreichen? Wie messen wir die Erreichung der Ziele? Wie wird die Schulqualität gesteuert? Freilich ist es ist nicht das Ziel der SMAK, alles einheitlich auf nationaler Ebene zu regeln. Aber einiges soll doch harmonisiert - und koordinierter als heute - laufen. Diese Koordination soll nicht von oben befohlen erfolgen, sondern durch die Kantone gesteuert sein."

Schulraumplanung

Der Kantonsrat hat die Regierung beauftragt, bis im Herbst 2010 einen Bericht vorzulegen, der Auskunft über die kantonale Schulbaustrategie gibt. Dabei soll auch die zeitliche Planung und die Priorisierung in den nächsten zehn bis zwölf Jahren dargelegt werden. Dies gilt für alle kantonalen Bildungsbauten, die in der direkten Zuständigkeit des Kantons stehen. Neben den Mittelschulen sind dies auch die Berufsfachschulen, die Pädagogische Hochschule, die Fachhochschulen und die Universität. Ausdrücklich ausgeschlossen von der Studie sind jene Bauvorhaben, welche sich punkto Planung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden und deshalb ohne weitere zeitliche Verzögerung umgesetzt werden sollen. Bei den Mittelschulen sind dies die oben erwähnten Projekte der Kantonsschulen Heerbrugg, Sargans und Wattwil.

Schulentwicklung an Mittelschulen (Sem)

Der Erziehungsrat hat mit grossem Interesse die Schlussberichte zu den ersten Schulentwicklungs-Zyklen an den Kantonsschulen am Burggraben St.Gallen, Brühl St.Gallen und Sargans zur Kenntnis genommen. Mit seinem Konzept hat der Erziehungsrat ausschliesslich Rahmenvorgaben erlassen und es den Schulen überlassen, welche Themen mit welchen Instrumenten bearbeitet werden sollen. Aus den Schlussberichten wird ersichtlich, dass sich dies bewährt hat, wurden doch an den einzelnen Schulen ganz unterschiedliche Wege eingeschlagen. Der Erziehungsrat hofft, dass sich die an den einzelnen Schulen erprobten Instrumente nachhaltig bewähren und dass die gemachten Erfahrungen zu einem Knowhow-Transfer zwischen den Schulen führen.

Stärkung der Naturwissenschaften am Gymnasium

Bereits im letzten AMSblatt wurde über die geplanten Massnahmen zur Stärkung der Naturwissenschaften am Gymnasium berichtet. Mittlerweile hat der Erziehungsrat ein entsprechendes Konzept erlassen. Die Regierung hat dieses am 12. Januar 2010 genehmigt. Damit ist der Weg frei, ab dem Schuljahr 2010/11 je eine zusätzliche Lektion in Biologie, Chemie und Physik zu unterrichten. Diese zusätzliche Unterrichtszeit soll speziell für interdisziplinären, praxisnahen Unterricht unter dem Titel "Technik und angewandte Naturwissenschaften (TAN)" genutzt werden. Damit soll jenen naturwissenschaftlichen Phänomen mehr Zeit im Unterricht eingeräumt werden, welche besonders geeignet sind, Neugierde und Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken und welche einen besonderen Bezug zum Schüleralltag oder zur Tagesaktualität haben. Mittels einer Verschiebung der Stundendotation soll weiter die heute als unbefriedigend wahrgenommene Lücke der naturwissenschaftlichen Fächer im 4. Gymnasialjahr geschlossen werden. Weitere Massnahmen (Techniktage, Interdisziplinäre Wanderausstellungen, Besuch im Technorama, etc.) komplettieren das Konzept. Das Amt für Mittelschulen ist sehr erfreut, dass es damit gelungen ist, der Stärkung der Naturwissenschaften zum Durchbruch zu verhelfen. Angesichts der finanziellen Aussichten des Staatshaushaltes war dies keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

Anmeldezahlen für Aufnahmeprüfung 2010

Das sind die Zahlen der Anmeldung für die drei Lehrgänge Gymnasium, Fachmittelschule und Wirtschaftsmittelschule. Massgebend werden die Zahlen der Aufnahmen nach der Aufnahmeprüfung sein.

 

 

2010

2009

KSBG

429

450

-4.7%

KSB

272

286

-4.9%

KSH

236

230

2.6%

KSS

263

292

-9.9%

KSW

280

331

-15.4%

KSWil

177

160

10.6%

Total

1657

1749

-5.3%

 

Im Vergleich dazu ist von 2009 auf 2010 die Zahl der Oberstufenschülerinnen und –Schüler um 2.4% zurückgegangen.


Zukunft Wirtschaftsmittelschule

In der Oktoberausgabe des AMSblattes wurde über das Projekt "Zukunft Handelsmittelschule" berichtet. In diesem Projekt geht es darum, die Wirtschaftsmittelschule WMS so umzugestalten, dass am Ende der Ausbildung neben der wie bisher ausgestellten kaufmännischen Berufsmaturität auch ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis für Kaufleute erteilt werden kann. Der Erziehungsrat hat am 20. Januar 2010 von der neuen Stundentafel in 1. Lesung Kenntnis genommen und die Vernehmlassung dazu eröffnet. Der vorliegende Entwurf zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Stundentafeln von WMS und WMI näher angleichen. Dennoch konnte über weite Strecken das bisherige Profil des Schultyps Wirtschaftsmittelschule (namentlich in Abgrenzung zur dualen kaufmännischen Berufslehre) beibehalten werden. Die Vernehmlassung steht allen interessierten Kreisen bis 30. April 2010 offen.

Für Rückmeldungen oder Fragen klicken Sie hier (info.bldams@sg.ch).