AMSblatt - Dezember 2010

AMSblatt

Periodisch erscheinender Newsletter des Amts für Mittelschulen (AMS) Kanton St.Gallen
Ausgabe Dezember 2010

 

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Am Ende des Jahres danken wir vom Amt für Mittelschulen Ihnen allen, die Sie uns in unserer Arbeit unterstützt haben. Im Jahr 2011 wird zweifellos die Revision des Mittelschulgesetzes im Zentrum unserer Arbeit stehen. Wir dürfen insgesamt mit Optimismus ins neue Jahr starten, denn sowohl beim Gymnasium als auch bei der Wirtschaftsmittelschule und der Fachmittelschule konnten die gesteckten Zwischenziele erreicht werden. Alle drei Lehrgänge haben jüngst Reformen erlebt, sind nun gut aufgestellt und bieten jungen Menschen eine solide und perspektivenreiche Ausbildung. Die Qualität der Schule hängt immer noch hauptsächlich vom Unterricht der einzelnen Lehrperson ab. Allen Lehrpersonen gilt deshalb unser hauptsächlicher Dank.

 

Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr.

Christoph Mattle,

Leiter Amt für Mittelschulen

Konzept neue Wirtschaftsmittelschule

Die Neukonzeption der Wirtschaftsmittelschule wurde aufgrund von Anpassungen des entsprechenden Bundesrechts notwendig. Neu erhalten die Absolventinnen und Absolventen am Ende der Ausbildung das Berufsmaturitätszeugnis und das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis für Kaufleute. Um dies zu erreichen sind die grundlegenden Bausteine der kaufmännischen Berufsbildung in die Ausbildung einzubauen. Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom 15. Dezember 2010 zustimmend vom Konzept neue Wirtschaftsmittelschule Kenntnis genommen und verabschiedet. Derzeit werden die Lehrpläne überarbeitet.

Die neue WMS-Stundentafel ist genehmigt

Die Regierung hat an ihrer Sitzung vom 5. Oktober 2010 die neue Stundentafel der Wirtschaftsmittelschule (WMS/WMI) entsprechend dem Beschluss des Erziehungsrates vom 16. September 2010 genehmigt. Der Erlass einer neuen Stundentafel wurde erforderlich, weil der Bund unter dem Titel "Zukunft Handelsmittelschulen" Vorgaben erlassen hat, wonach die Wirtschaftsmittelschule so umzugestalten ist, dass am Ende der Ausbildung neben der wie bisher ausgestellten kaufmännischen Berufsmaturität auch ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis für Kaufleute erteilt werden kann.

Anerkennungverfahren für Fachmittelschul- und Fachmaturitätsausweise abgeschlossen

Der Vorstand der EDK hat beschlossen, die Fachmittelschulausweise und die Fachmaturitätszeugnisse, welche an den Kantonsschulen am Brühl St.Gallen, Heerbrugg, Sargans und Wattwil ausgestellt werden, gesamtschweizerisch anzuerkennen. Die Anerkennung gilt rückwirkend ab Juni 2010 und umfasst die Berufsfelder Gesundheit, Soziales, Pädagogik, Gestalten und Musik. Für die Fachmaturität Pädagogik ist die Anerkennung an die Bedingung über eine kleine Anpassung der Prüfungsbestimmungen geknüpft. Das Amt für Mittelschulen hat dem Erziehungsrat einen entsprechenden Nachtrag des Prüfungsreglements im November 2010 vorgelegt. Der Nachtrag geht nun in die Vernehmlassung.

Hier finden Sie die Vernehmlassungsunterlagen

Zurzeit sind im Kanton St.Gallen keine Anerkennungsverfahren mehr pendent.

Ergänzung zur Dienstanweisung Informatik

Vor einem Jahr hat die Regierung die Dienstanweisung für den Einsatz von Informatikmitteln erlassen. Diese Weisung konnte in Bezug auf die Lehrpersonen der Sekundarstufe II nicht angewendet werden, da diese auf ihren privaten Informatikmitteln besonders geschützte Schülerdaten bearbeiten. Mittlerweile hat die Regierung eine Ausnahme in die Dienstanweisung aufgenommen, und das Finanzdepartement hat für die Mittel- und Berufsfachschulen eine Sonderbewilligung erteilt. Den Rektoraten wurden die notwendigen Dokumente zur Verteilung bzw. Bekanntmachung zugestellt.

Weiteres Vorgehen bei der Revision des Mittelschulgesetzes

Die Vernehmlassung zum Mittelschulgesetz ist abgeschlossen und ausgewertet. Die Vorschläge der Regierung wurden teilweise sehr kontrovers diskutiert und beurteilt. Der Erziehungsrat hat die Vernehmlassungsergebnisse an der Novembersitzung zur Kenntnis genommen und zuhanden der Regierung verabschiedet. Nach der Behandlung durch die Regierung geht der XII. Nachtrag zum Mittelschulgesetz ins parlamentarische Gesetzgebungsverfahren.

Das neue Aufnahmeverfahren

Nach Durchführung einer Vernehmlassung hat der Erziehungsrat Massnahmen beschlossen, das Aufnahmeverfahren in die Mittelschulen zu optimieren. Auch künftig werden alle angehenden Mittelschülerinnen und Mittelschüler eine Aufnahmeprüfung zu absolvieren haben. Die zur Diskussion gestellte Zuweisung durch die Sekundarlehrpersonen wird nicht eingeführt.

Die wesentlichen Veränderungen gegenüber heute sind die folgenden:

  • Die Aufnahmeprüfung in die Fach- und die Wirtschaftsmittelschule findet künftig im Herbst und nicht mehr im Frühling statt. Damit soll den Kandidatinnen und Kandidaten, welche an der Prüfung nicht reüssieren, eine faire Chance gegeben werden, sich ebenfalls um attraktive Lehrstellen bewerben zu können.
  • Zur mündlichen Prüfung wird auch für das Gymnasium nur noch aufgeboten, wer in der schriftlichen Prüfung ein gewisses Punktetotal nicht realisiert hat. Jene Kandidatinnen und Kandidaten haben damit die Möglichkeit, sich durch eine gute mündliche Leistung doch noch für eine Mittelschule zu qualifizieren.
  • Die zusätzlichen Eignungsabklärungen für Musik und Gestalten bzw. die Aufnahmeprüfung Latein werden abgeschafft. Voraussetzung für den Besuch des Schwerpunktfachs Latein bleibt indessen der Besuch des entsprechenden Freifachs an der Oberstufe während zweier Jahre, und für Musik wird weiterhin der vorgängige Besuch von Instrumentalunterricht vorausgesetzt.

Das neue Verfahren soll erstmals für die Aufnahmeprüfungen im Jahr 2012 angewendet werden. Für die Prüfungen im Jahr 2011 bleibt noch alles beim Alten. Hier geht's zur Medienmitteilung.

Neues Aufnahmereglement in der Vernehmlassung

Gestützt auf die Beschlüsse zum neuen Aufnahmeverfahren wurden die Anpassungen der Aufnahmereglemente für das Gymnasium und jenes für die Wirtschafts- und die Fachmittelschule vorgenommen. Dabei wurde festgestellt, dass die meisten Bestimmungen fast deckungsgleich sind. Daher wurde ein Entwurf für ein Aufnahmeprüfungsreglement für alle Ausbildungsgänge der Mittelschulen erarbeitet. Der Reglementsentwurf wurde vom Erziehungsrat in einer 1. Lesung vorberaten und geht nun in die Vernehmlassung.

Hier finden Sie die Vernehmlassungsunterlagen

Aktuelle Kanti-Bauprojekte - Stand der Arbeiten

Im Bauprojekt zu Sanierung und Ausbau der Kantonsschule Heerbrugg ist im Juni 2010 der Spatenstich erfolgt. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange und verlaufen fahrplanmässig, der Schulbetrieb findet teilweise in Provisorien statt. Die Bauphase dauert voraussichtlich bis 2013.

Der Baubeginn für die neue Regionale Sportanlage Sargans ist weiterhin auf Frühling 2011 vorgesehen. Die neue Anlage soll Mitte 2012 fertiggestellt sein.

Beim Projekt über Sanierung und Ausbau der Kantonsschule Sargans steht die Detailplanung kurz vor dem Abschluss. Die Botschaft soll der Regierung im Jahr 2011 zugeleitet werden. Anschliessend folgt die Beratung in der kantonsrätlichen Kommission. Bei Zustimmung des Kantonsrates könnte noch Ende 2011 eine Volksabstimmung stattfinden.

Noch in der Planungsphase steckt das Bauvorhaben an der Kantonsschule Wattwil. Diese werden sicher auch noch das gesamte nächste Jahr in Anspruch nehmen.

Wie attraktiv sind Schulleitungsämter?

Christoph Koenig, Hauptlehrer an der Kantonsschule Wil, hat im Rahmen seines Nachdiplomstudiums eine Master Thesis mit folgendem Thema erstellt: "Rekrutierung von Prorektorinnen und Prorektoren an Mittelschulen – ein Vergleich zwischen den Kantonen St.Gallen und Aargau in Bezug auf die Attraktivität dieses Schulleitungsamtes."

 Für den Erziehungsrat hat Christoph Koenig eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Erkenntnissen und Grafiken erstellt. Diese Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem Amt für Mittelschulen. Christoph Mattle, Amtsleiter, wirkte als Korreferent und begleitete die Arbeit Koenigs.

Für Rückmeldungen oder Fragen steht Ihnen das Amt für Mittelschulen, Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen gerne zur Verfügung. Klicken Sie hier (info.bldams@sg.ch).