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Begabungsförderung
"Begabung ist erstens das Potenzial eines Individuums zu ungewöhnlicher oder auffälliger Leistung, also die Kompetenz eines Menschen. Sie ist darüber hinaus zweitens ein Interaktionsprodukt, in dem die individuelle Anlagepotenz mit der sozialen Umgebung in Wechselwirkung steht."
(Zitat Margrit Stamm).
Begabungsförderung ist eine allgemeine Aufgabe der Volksschule. Diese hat die Aufgabe und das Ziel, die individuellen Begabungen aller Kinder und Jugendlichen zu wecken und zu fördern. Das schliesst auch die Förderung besonders begabter und hochbegabter Kinder und Jugendlicher mit ein.
5. LISSA-Preisverleihung – 10. Juni 2010, St. Gallen
Acht Schulen und eine Einzelperson wurden am 10. Juni 2010 vor rund 100 Personen für ihre Projekte und ihr Engagement im Bereich Begabungsförderung in St. Gallen mit dem LISSA-Preis ausgezeichnet.
Seit 2004 vergibt die Stiftung für hochbegabte Kinder den LISSA-Preis (Lernfreude in Schweizer Schule anregen), seit 2007 in Kooperation mit der Stiftung Mercator Schweiz. Ausgezeichnet werden innovative Schulprojekte, welche integriert in den Schulalltag breite Begabungsförderung aller Kinder anstreben. Somit wird nicht mehr defizit- sondern stärkenorientiert unterrichtet, eine Massnahme, welche den Anspruch der integrierten Förderung unterstützt.
Philipp Hürlimann, der Präsident der Stiftung für hochbegabte Kinder, wies in seinen Begrüssungsworten darauf hin, dass die Jury aus 24 hochwertigen Projekteingaben aus 10 Kantonen die Preisträger bestimmen konnten. Dies weist darauf hin, dass sich der Ansatz der integrierten Begabungsförderung in den öffentlichen Schulen durchzusetzen beginnt.
In ihrem Grusswort wiesen Christina Manser, Leiterin des Amtes für Volksschule im Kanton St. Gallen und Peter Müller, Prorektor der Pädagogischen Hochschule des Kantons St. Gallen, auf die Bedeutung der Begabungsförderung in der Ausbildung und in der Volksschule hin: "Wer Begabungsförderung erfährt und lernt, kann sie später erfolgreich umsetzen. Und Lehrerpersonen, die Begabungsförderung durchführen, betreiben gleichzeitig auch Schulentwicklung."
3 Schulen aus Gettnau/ LU, Zug und Zürich präsentierten anschliessend einen bunten Reigen von Elementen der konkreten Begabungsförderung mit Film, Musik, Bewegung um nur einen kleinen Ausschnitt aus der Vielfalt zu nennen.
Wolfgang Stern, Mitglied der LISSA-Projektleitung, präsentierte die Überlegungen der Jury und stellte die acht Preisträgerprojekte vor: Anschliessend an die Preisvergabe an die Schulen wurde Fritz Riedweg, Beauftragter für Förderangebote im Kanton Luzern mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Seine Unterstützungsangebote, die er von der Dienststelle Volksschulbildung im vergangenen Jahrzehnt den Luzernen Schulen zur Umsetzung der geforderten Begabungsförderung zu Verfügung stellte, waren und sind schlicht einzigartig.
Albert Kesseli, Geschäftsführer der Stiftung Mercator Schweiz, dankte zum Schluss allen herzlich, die sich unermüdlich für gute Schulen in der Schweiz engagieren und Projekte entwickeln, die für andere Schulen Vorbild sein können.
Die LISSA-Preisträger 2010 sind:
1. Rang (je Fr. 10'000):
- Primarschule Gettnau, LU – Förderangebot
Modell basiert auf den Grundlagen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. - Stadtschulen Zug, ZG – Zug um Zug Talente fördern
Begabungsförderung als Kernleistung im Unterricht.
2. Rang (Fr. 5‘000):
- Schule am Wasser, Zürich, ZH – Klassenübergreifender Projektunterricht
3. Rang (je Fr. 2’500):
- Primarschule Hildisrieden, LU - Forschungskammer
- Primarschule Hitzkirch, LU - Begabungsförderung an der Schule Hitzkirch
- Schule Kügeliloo, Zürich, ZH – Lern- und Forschungsatelier
- Primarschule Wikon, LU - Talentförderung
Anerkennungspreis (Fr. 1'000):
- Brütwerk Scuola Vivante – Tüftellabor
- Fritz Riedweg, Beauftragter Förderangebote Kt. LU
Die Jurysetzte sich kontinuierlich aus folgenden Fachleuten zusammen:
- Dr. Caroline Benz, Oberärztin und Leiterin der entwicklungspädiatrischen Poliklinik am Kinderspital Zürich;
- Regula Hug, Verantwortliche für die schulinterne Selbstevaluation mit IQESonline.net in der Stadt Zürich;
- Prof. Martin Keller, Bereichsleiter Unterrichtsentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Zürich, Schwerpunkte Lehren und Lernen, Unterrichtsforschung, Eigenständiges Lernen, Schulinterne Weiterbildungen, Selbstevaluationen;
- Dr. phil. Ulrike Stedtnitz, Fachpsychologin FSP, Lehrbeauftragte und Expertin für Potentialentwicklung,
- Prof. Victor Müller-Oppliger, Dozent für Allgemeine Didaktik und Studienleiter des Master- und Nachdiplomstudiengangs "Integrative Begabungs- und Begabtenförderung" der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, Stiftungsrat der Stiftung für hochbegabte Kinder.
