
Informationsplattform für Schulverwaltung und Lehrpersonen
Verwaltung und Regierung
Servicebereich
Sie sind hier:
Gesamtprojekt Oberstufe
Die beiden Themenbereiche Oberstufe 2012 und Oberstufenstruktur überschneiden sich in wesentlichen Themen und beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb sind beide in einem übergeordneten Projekt Oberstufe im Amt für Volksschule zusammengeführt worden.
Weiterentwicklung der Oberstufe
Der Erziehungsrat des Kantons St.Gallen lancierte am 5. November 2009 die Diskussion über die Weiterentwicklung der Oberstufe. Im Vordergrund der Strukturdiskussion stand ein Oberstufenmodell mit Niveauklassen und der Vorschlag, dass alternative Oberstufenmodelle den weiteren Betrieb kleinerer Oberstufenzentren ermöglichen, welche auf Grund der demographischen Entwicklung gefährdet wären. Der Bericht zur aktuellen und künftigen Situation der Oberstufe wurde bis im Februar 2010 in eine breite Vernehmlassung gegeben.
| Projekt Oberstufe: Oberstufenstruktur – Oberstufe 2012 |
|---|
Der Erziehungsrat hat an der Sitzung vom 3. Juni 2010 von dem Ergebnis der Vernehmlassung zum Zwischenbericht des Projekts Oberstufe Kenntnis genommen und am 2. Juli 2010 erste Grundsatzentscheide gefällt:
Kooperatives Oberstufenmodell mit Niveaugruppen
Um die Durchlässigkeit zu erleichtern, können die Schulgemeinden in Zukunft alternativ zum bestehenden Modell das kooperative Oberstufenmodell mit Niveaugruppen in Mathematik und/oder Englisch wählen. Die Stammklassen werden bei diesem Modell jedoch nach wie vor in Sekundar- und in Realschule aufgeteilt. Niveaugruppen in Mathematik und Englisch erlauben, dass Schülerinnen und Schüler mit einseitigen Begabungen in einem Teil der Fächer in einem anderen als dem Stammniveau unterrichtet werden. Im Weiteren soll eine horizontale Durchlässigkeit ermöglicht werden. Der Entscheid über die Einführung des neuen oder der Beibehaltung des bisherigen, zweigeteilten Modells liegt bei der örtlichen Schulbehörde.
Mindestgrösse einer Oberstufe
Mit dem Rückgang der Schülerinnen- und Schülerzahlen ist es an verschiedenen Standorten nicht mehr möglich, eine traditionelle Oberstufe mit zwei Sekundar- und einer Realklasse je Jahrgang zu führen. Die Empfehlung, die Oberstufe in zwei Drittel Sekundar- und ein Drittel Realschülerinnen und Realschüler aufzuteilen, wird aufgehoben. Nach wie vor sollen jedoch mehr Schülerinnen und Schüler in die Sekundar- als in die Realklasse übertreten. Damit wird es möglich, eine Oberstufe mit einer Real- und einer Sekundarklasse je Jahrgang zu führen. Mit dieser neuen Vorgabe, sind es nur wenige Schulen, welche diese Grösse auf Dauer unterschreiten. Beim Entscheid, ob eine Schule mit Unterbeständen weitergeführt werden soll, sollen nebst pädagogischen Gründen auch strukturpolitische Fragen, die örtliche Situation, die geographische Lage, der Aufwand für den Schülerinnen- und Schülertransport, das Raumangebot u.a. beachtet werden. Der Entscheid, ob kleine Schulen erhalten bleiben können, wird im Einzelfall beurteilt.
Überarbeitung der Lektionentafel
Der Erziehungsrat hat sich mit einer neuen Lektionentafel für die Oberstufe auseinandergesetzt. Die seit dem Schuljahr 2008/09 gültige neu gestaltete Lektionentafel auf der Primarschule führt dazu, dass auch auf der Oberstufe Anpassungen notwendig werden. Für alle Leistungsstufen soll eine möglichst breite, gemeinsame Basis geschaffen werden. Die Durchlässigkeit zwischen den Oberstufentypen soll in den Kernfächern gewährleistet werden. Spezifische Zeitgefässe im letzten Schuljahr sollen eine bedarfsgerechte, begrenzte Individualisierung zulassen. Diese Forderungen wurden in einer Vernehmlassung, die zwischen November 2009 und Februar 2010 durchgeführt wurde, im Grundsatz unterstützt. Hingegen fand der Vorschlag einer einheitlichen Lektionentafel für alle Oberstufentypen, also für Sekundar-, Real- und Kleinklassen, keine Zustimmung. Die überarbeitete Lektionentafel wurde vom Erziehungsrat am 17. November 2010 erlassen und von der Regierung des Kantons St.Gallen am 21. Dezember 2010 genehmigt.
Kleine Oberstufen
Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom 20. Oktober 2010 den Antrag der Interessengemeinschaft "Kleine Oberstufen haben Zukunft" für einen umfassenden Schulversuch in den fünf kleinsten Oberstufen des Kantons St.Gallen abgelehnt. Er hat beschlossen, dass in einem Schulversuch mit reduziertem Umfang und gemäss Vorgaben des Erziehungsrates ein alternatives Konzept geprüft werden soll. Die Oberstufen Taminatal und Quarten wurden eingeladen, sich an einem solchen Versuch zu beteiligen. Die Oberstufen Weesen-Amden und Oberes Neckertal können beim Amt für Volksschule Klassenbewilligungen für unterdotierte Klassen beantragen. Die Bewilligung der Oberstufe Häggenschwil läuft per Schuljahr 2011/12 ab und soll nicht verlängert werden.