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Teilprojekt Oberstufe 2012
Projekt
Die neue Lektionentafel der Primarschule beeinflusst ab dem Sommer 2012 auch die Oberstufe. Auf diesen Zeitpunkt werden die ersten Schülerinnen und Schüler, die bereits nach der neuen Lektionentafel der Primarschule unterrichtet wurden, in die Oberstufe übertreten. Der Erziehungsrat hat deshalb das Projekt "Oberstufe 2012" eingesetzt. Es befasst sich mit jenen Bereichen, die aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen in der Primarschule zwingend auch auf der Oberstufe Anpassungen oder Ergänzungen erfahren müssen.
Die Rahmenbedingungen für die Oberstufe ab Schuljahr 2012/13 sind mittlerweile durch den Erziehungsrat oder durch die Regierung festgelegt worden. Dazu gehören im Wesentlichen: Struktur der Oberstufe, Weiterbildung, Lehrmittel, Lektionentafel, Lehrplan, Promotions- und Übertrittsreglement.
Handreichung für Schulbehörden, Schulleitungen und Stundenplaner
Die Handreichung wendet sich insbesondere an Schulbehörden, Schulleitungen und Stundenplaner. Sie orientiert über die Beschlüsse des Erziehungsrates, konkretisiert die Rahmenbedingungen und leistet Unterstützung in den Diskussionen, den Vorbereitungs- und den Planungsarbeiten vor Ort. Die Handreichung wird laufend aktualisiert.
| Handreichung Oberstufe 2012 (297 kb, PDF) | 24.02.2012 |
Struktur der Oberstufe
Um die Durchlässigkeit zu erleichtern, können die Schulgemeinden in Zukunft alternativ zum bestehenden Modell das kooperative Oberstufenmodell mit Niveaugruppen in Mathematik und/oder Englisch wählen. Die Stammklassen werden bei diesem Modell jedoch nach wie vor in Sekundar- und in Realschule aufgeteilt. Niveaugruppen in Mathematik und Englisch erlauben, dass Schülerinnen und Schüler mit einseitigen Begabungen in einem Teil der Fächer in einem anderen als dem Stammniveau unterrichtet werden. Im Weiteren soll eine horizontale Durchlässigkeit ermöglicht werden. Der Entscheid über die Einführung des neuen oder der Beibehaltung des bisherigen, zweigeteilten Modells liegt bei der örtlichen Schulbehörde.
Weiterbildung der Englisch-Lehrpersonen
Der Englischunterricht auf der Oberstufe wandelt sich ab 2012 von einem Anfänger- zu einem Fortgeschrittenenunterricht. Aufgrund der neuen Rahmenbedingungen werden die Lehrpersonen mit einer Unterrichtsberechtigung für Englisch auf der Oberstufe für den Fortgeschrittenenunterricht weitergebildet. Das dazu erarbeitete Konzept besteht aus zwei Bereichen: einer obligatorischen Weiterbildung im Bereich der Methoden- und Unterrichtskompetenz sowie einer Weiterbildung in der persönlichen Sprachkompetenz.
- Bei der Sprachkompetenz wird eine sprachliche Mindestkompetenz auf Niveau C1 (Cambridge Advanced) des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens GER verlangt. Anzustreben ist eine Sprachkompetenz auf Niveau C2 (Cambridge Proficiency). Diese Weiterbildung wird durch finanzielle Anreize des Kantons gefördert. Die Lehrpersonen können bei der PHSG eine Standortbestimmung zur eigenen Sprachkompetenz vornehmen lassen. Die Kurse starten 2010 und können bis 2014 absolviert werden.
- Die Methoden- und Unterrichtskompetenz wird vor allem im Hinblick auf das neue Englisch-Lehrmittel und die aktuelle Fremdsprachen- und Fachdidaktik erweitert. Diese methodisch-didaktischen Kurse sind für sämtliche Lehrpersonen obligatorisch, die ab 2012 Fortgeschrittenenunterricht erteilen werden. Die Kurse beginnen 2011 und werden letztmals 2014 angeboten.
- Bisher erworbene Unterrichtsberechtigungen zur Erteilung von Englischunterricht auf der Oberstufe behalten ihre Gültigkeit.
Umfassende Informationen, auch im Hinblick auf eine längerfristige persönliche Planung der Weiterbildung, erhalten Sie in der Broschüre "Zusatzqualifikation für Englischlehrpersonen Sekundarstufe I" (zu beziehen beim Amt für Volksschule, Josef Seliner, Davidstrasse 31, 9001 St.Gallen oder direkt unter www.phsg.ch neues Fenster -> Weiterbildung -> Angebotsübersicht -> CAS Englisch in der Sekundarschule I).
Lehrmittel Englisch
Eine breit angelegte Evaluation unter Einbezug der Pädagogischen Kommissionen mit ihren Lehrmittel-Arbeitsgruppen wurde im Herbst 2009 gestartet. Der Erziehungsrat hat am 2. Juli 2010 die Ergebnisse des Evaluationsverfahrens für ein neues Englisch-Lehrmittel auf der Oberstufe zur Kenntnis genommen und beschlossen, dass ab dem Schuljahr 2012/13 "Open World" des Verlags Klett und Balmer AG als obligatorisches Lehrmittel für die Oberstufe eingesetzt wird.
Lektionentafel Oberstufe 2012
Der Erziehungsrat am 17. November 2010 die neue Lektionentafel mit Gültigkeit ab Schuljahr 2012/13 erlassen. Sie wurde am 21. Dezember 2010 durch die Regierung genehmigt.
| Oberstufe 2012: Lektionentafel (35 kb, PDF) | 14.01.2011 |
Nachtrag Weisungen Klassenbildung; Poollektionen Oberstufe bei über- und unterdotierten Klassenbeständen
Der Erziehungsrat hat einen Nachtrag zu den Weisungen zur Klassenbildung erlassen. Mit
den Poollektionen, welche in Mathematik und/oder Fremdsprachen eingesetzt werden können, ist in der neuen Lektionentafel für die Oberstufe ab 2012 ein neues Gestaltungselement für Förderlektionen, zeitlich befristete Stützkurse, Begabtenförderung – oder wie bisher – für Lektionen zur Klassenteilung geschaffen worden. Damit erhalten die einzelnen Oberstufen auch die nötige Flexibilität zum bedarfsgerechten Einsatz dieser Lektionen. Die bisherige Regelung bezüglich der für die Klassenteilung einsetzbaren Lektionen ist durch eine allgemeine Regelung zu den Poollektionen ersetzt worden.
Oberstufe 2012: Lehrplanergänzungen und -anpassungen
Mit Blick auf die Einführung der Oberstufe 2012 erfolgten in verschiedenen Kapiteln des Bildungs- und Lehrplans Ergänzungen und Anpassungen. Dies betrifft im Wesentlichen:
- Kapitel 3, Rahmenbedingungen: Aufnahme der neuen Lektionentafeln
- Kapitel 6, Fachbereich Mensch und Umwelt: Anhang zum neuen Fach Ethik und Kultur
- Kapitel 7, Sprachen: Ergänzungen in den Beschreibungen der Bedeutung des Fachbereichs, der Richtziele und der Hinweise; Kompetenzbeschreibungen für das 9. Schuljahr für die Fächer Englisch und Französisch auf zwei verschiedenen Leistungsniveaus.
Die restlichen Kapitel haben gegenüber dem Bildungs- und Lehrplan Volksschule 2008 keine Änderungen erfahren.
Bildungs- und Lehrplan Volksschule 2012
Für Einführungs- und Weiterbildungsveranstaltungen verweisen wir auf die Publikationen im Amtlichen Schulblatt und im kantonalen Weiterbildungsprogramm.
Übertritt in die Oberstufe Ende Schuljahr 2011/12
Wir weisen Sie darauf hin, dass für den Übertritt von der Primarschule in die Oberstufe, respektive von der 1. Realklasse in die 1. Sekundarklasse Ende Schuljahr 2011/12 keine besondere Übergangsregelung nötig ist. In Oberstufen, welche ab dem Schuljahr 2012/13 in Niveaugruppen unterrichtet wird, verfügt der Schulrat am Ende der 6. Primarklasse oder gegebenenfalls am Ende der 1. Realklasse zusätzlich die Zuteilung der Schülerinnen und Schüler in die Niveaugruppen. Auch diese Zuweisung erfolgt aufgrund der Empfehlungen der Lehrpersonen und des Notenbildes, wobei dieses nur das entsprechende Niveaufach betrifft.
Promotions- und Übertrittsreglement
Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom 15. Februar 2012 den Nachtrag zum Promotions- und Übertrittsreglement erlassen und vom vorgeschlagenen Leitfaden und den Musterformularen Kenntnis genommen. Mit dem Nachtrag werden die Grundlagen für die Zuteilungen und Umstufungen in jenen Oberstufen geschaffen, welche sich für das kooperative Modell mit Niveaugruppen entscheiden.
Der Leitfaden konkretisiert die Übertrittsmodalitäten sowie die Zuteilung zu Schultyp, Klasse und Niveaus und macht Aussagen zur Beurteilungspraxis. Der Leitfaden soll die Sicherheit der Lehrpersonen und der Behörden im Vollzug des Nachtrags erhöhen. Der Nachtrag hält fest, dass der Schulrat durch Reglement zu bestimmen hat, ob die Oberstufe mit oder ohne Niveaugruppen geführt wird. Sinnvollerweise wird die entsprechende Bestimmung in die Schulordnung aufgenommen. Sofern beim Schulträger nicht gerade der Erlass einer neuen Schulordnung ansteht, kann die entsprechende Bestimmung mittels Nachtrag, welcher dem fakultativen Referendum untersteht, in die Schulordnung aufgenommen werden.
Oberstufen, welche keine Niveaugruppen führen, setzen weiterhin das bisherige Reglement ohne den Nachtrag um.
Beurteilung
Der Erziehungsrat hat beschlossen, dass die überarbeitete Broschüre "fördern – fordern, Schülerinnen- und Schülerbeurteilung" ab Beginn des Schuljahres 2008/09 als verbindliche Grundlage für die Regelung der Beurteilungspraxis in der Volksschule gelten soll. Mit dem Grundlagenteil, der auch die Oberstufe abdeckt, ist eine praxisnahe Umsetzungshilfe in der anspruchsvollen Beurteilungsaufgabe bereits geschaffen worden. Die Instrumente, können online bezogen werden. Der Einsatz neuer Instrumente wie das Europäische Sprachenportfolio oder Lingualevel sind Schwerpunkte bei der Englisch-Weiterbildung der Lehrpersonen.
Volksschulabschluss
Wie in anderen Kantonen soll der Volksschulabschluss nicht als eine isolierte Abschlussprüfung, sondern als ein Prozess über die gesamte Oberstufenzeit verstanden werden. Dabei soll Stellwerk 8 als Testsystem zur individuellen Standortbestimmung die Grundlage für eine Förderplanung im letzten Schuljahr sein. Mit der neu gestalteten Lektionentafel für die Oberstufe ab 2012 sind die Voraussetzungen dazu geschaffen worden. Es stehen den Schülerinnen und Schülern Zeitgefässe für eine verstärkte individuelle Förderung in den Fachbereichen Mathematik/Naturwissenschaften, Sprachen und Gestalten zur Verfügung. Eine Projektarbeit wird ebenfalls verpflichtender Unterrichtsbestandteil im Abschlussjahr sein. Die Abgabe eines Abschlusszertifikates, das neben Erfahrungsnoten und Angaben zur Projektarbeit auch Aussagen macht zu den Stellwerkergebnissen 8 und 9, wird die Bedeutung der letzten Phase der Volksschulzeit stärken. Im Rahmen des Projektes "Oberstufe 2012" könnte ein solch prozesshafter Volksschulabschluss realisiert werden. Entsprechende Beschlüsse des Erziehungsrates erfolgen zu einem späteren Zeitpunkt.
Schnittstelle Primarschule-Oberstufe
Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom 12. März 2009 die Schnittstelle Primarschule – Oberstufe als Aufsichtsschwerpunkt der regionalen Schulaufsicht für das Schuljahr 2009/10 festgelegt. Anhand eines Fragebogens haben die Mitglieder der regionalen Schulaufsicht bei den Schulträgern sowohl eine qualitative wie auch eine quantitative Erhebung durchgeführt. Sie gibt Antworten auf Fragen zu Übertrittsquoten, zur Organisation des Übertrittsverfahrens und zu den Erfahrungen damit. Die bis zum Sommer 2010 erhobenen Daten wurden durch das Amt für Volksschule zusammengestellt und nach Regionen ausgewertet. Der Erziehungsrat hat die Ergebnisse an seiner Sitzung vom 20. Oktober 2010 zur Kenntnis genommen und die Arbeit der regionalen Schulaufsicht verdankt.
| Aufsichtsschwerpunkt der regionalen Schulaufsicht für das Schuljahr 2009/10 |
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Unterstützungsangebote
Das Amt für Volksschule ist gerne bereit, den Schulen nach Möglichkeit Unterstützung und Hilfe in Zusammenhang mit den Vorbereitungs- und Umsetzungsarbeiten zur Oberstufe 2012 zu leisten.
Projektleiter Oberstufe 2012
| Name: | Josef Seliner |
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| Adresse: | Amt für Volksschule, Davidstrasse 31 |
| PLZ/Ort: | 9001 St.Gallen |
| Telefon/Fax: | 071 229 74 07 / 071 229 46 78 |