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AMSblatt - November 2017

AMSblatt

Newsletter des Amts für Mittelschulen (AMS) des Bildungsdepartements des Kantons St.Gallen

Ausgabe November 2017

 

 

«Der Informatikunterricht am Gymnasium wird wieder abgeschafft.» So lautete das Fazit des Erziehungsrates in der Sparrunde 2004. Aus aktueller Sicht eine Entscheidung, die kaum nachzuvollziehen ist, damals erschien sie aber völlig legitim. Man stelle sich vor: Das Smartphone – so wie wir es heute kennen – wurde erst einige Jahre danach erfunden. Die rasanten Entwicklungen und deren Einfluss auf alle Lebensbereiche konnte man höchstens erahnen.

 

Gerade aufgrund dieser Entwicklungen bin ich überzeugt, dass die Entscheidung, das Fach Informatik am Gymnasium wieder einzuführen, unerlässlich und zentral für das Gymnasium ist.

Der Kanton St.Gallen hat mit der Einführung des Fachs Informatik vorwärts gemacht, um den Schülerinnen und Schülern möglichst bald einen vertieften Einblick in die Informatik liefern zu können. Wichtig ist jedoch insbesondere, möglichst gute Informatiklehrpersonen zu gewinnen, welche die Jugendlichen für die Inhalte begeistern können.

 

Mit der Einführung von vier zusätzlichen Jahreswochenlektionen Informatik kommt die Schülerbelastung allerdings an eine Obergrenze. Viele Vernehmlassungsantworten haben gezeigt, dass sich eine Skepsis gegenüber der Einführung der Informatik nicht primär gegen das Fach, sondern vielmehr gegen eine fortwährende Mehrbelastung der Schülerinnen und Schüler richtet. Diese Botschaft ist bei uns im Amt angekommen. Die Mehrbelastung muss im Auge behalten werden.

 

Tina Cassidy
Leiterin Amt für Mittelschulen

Aus der Regierung

Informatik wird am Gymnasium als obligatorisches Fach eingeführt

Der Kanton St.Gallen führt ab dem Schuljahr 2018/19 an den Gymnasien der staatlichen Mittelschulen ein obligatorisch zu besuchendes Fach Informatik ein. Dazu wird die Stundentafel um vier Jahreswochenlektionen aufgestockt. Die Regierung hat die entsprechende Anpassung am 26. September 2017 genehmigt.

 

Mit der Einführung von Informatik als obligatorischem Fach trägt der Kanton St.Gallen dem Umstand der zunehmenden Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung und schliesst eine Lücke, die weiterherum als unbefriedigend wahrgenommen wird. Im Zentrum des neuen Faches steht die Vermittlung einer wissenschaftlich orientierten Informatik, welche mit Medienbildung und Anwenderkompetenzen verknüpft wird.

 

Informatik als wissenschaftliche Disziplin im Zentrum

Das Fach wird mit vier Jahreswochenlektionen dotiert, welche zusätzlich in die Stundentafel aufgenommen werden. Drei dieser Lektionen sind für wissenschaftlich betriebene Informatik (inkl. Medienbildung) vorgesehen, eine für Informatikanwendungen. Es ist angedacht, dass die Inhalte neben einer Einführung ins Programmieren oder in die Robotik auch Fragestellungen zur Mediennutzung und zu Aspekten der Informationsgesellschaft, zum Umgang mit grossen Datenmengen, zu Modellierung und Simulation oder zu Web-Entwicklung umfassen sollen. Zurzeit erstellt die kantonale Fachgruppe Informatik, welche aus den Lehrpersonen des Fachs an den Gymnasien besteht, die erforderlichen Lehrpläne. Die Lehrinhalte sollen inhaltlich an jene zu «Medien und Informatik» aus dem neuen Lehrplan der Volksschule anschliessen bzw. auf diese Bezug nehmen.

 

Beitrag zur gymnasialen Bildung

Die zentralen Ziele des Gymnasiums bestehen in der Vermittlung einer vertieften Gesellschaftsreife und einer allgemeinen Studierfähigkeit. Das Fach Informatik vermag dazu einen wesentlichen Beitrag zu leisten, indem Maturandinnen und Maturanden die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien in ihren Grundzügen verstehen lernen. Ausserdem werden fundierte Informatikkenntnisse heute in einer grossen Zahl von Studienrichtungen vorausgesetzt. Indem am Gymnasium vertiefte Kenntnisse in diesem Feld vermittelt werden, erhofft sich die Regierung darüber hinaus auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in einem Bereich, dem unwidersprochen die Zukunft gehören wird.

 

Weitere Informationen:

Auswertung der Vernehmlassung

Regierungsratsbeschluss zur angepassten Stundentafel (RRB 2017-625)

Erziehungsratsbeschluss zur angepassten Stundentafel (ERB 2017-148)

Antwort der Regierung auf Einfache Anfrage zu Geschichte als Immersionsfach

Die Regierung hat Ende September auf die Einfache Anfrage «Geschichte als Immersionsfach an Mittelschulen – fehlendes historisches Denken gefährdet die Demokratie» von Kantonsrat Max Lemmenmeier geantwortet.

 

Kantonsrat Max Lemmenmeier erkundigt sich in einer Einfachen Anfrage, ob es sachgerecht sei, Geschichte als Immersionsfach zu unterrichten. Die Regierung bejaht dies.

 

Weitere Informationen:

Einfache Anfrage (61.17.16) 


Aus den Kommissionen

Ersatzwahl Paritätische Aufnahmeprüfungskommission Deutsch

Der Erziehungsrat hat am 23. August 2017 Gianni Burgener als neuen Präsidenten und Nachfolger von Peter Litscher für die Paritätische Aufnahmeprüfungskommission Deutsch gewählt. Gianni Burgener ist Mittelschullehrer an der Kantonsschule am Brühl St.Gallen und seit 2012 als Berater für die Kommission tätig. Seit März 2017 koordiniert er die Paritätischen Aufnahmeprüfungskommissionen Deutsch, Mathematik, und Französisch. Sein Vorgänger Peter Litscher war 18 Jahre für die Paritätische Aufnahmeprüfungskommission Deutsch tätig, davon 12 Jahre als Präsident. Der Erziehungsrat dankt ihm für seinen langjährigen Einsatz.

Kursprogramm 2018 der FORMI

FORMI

Der Erziehungsrat hat im September 2017 das Kursprogramm 2018 der FORMI für die Mittelschullehrpersonen des Kantons St.Gallen genehmigt. Im Jahr 2018 sind 38 Kurse vorgesehen. Das Kursprogramm ist auf der Webpalette aufgeschaltet.

 

Weitere Informationen:

www.webpalette.ch/


Aus dem Amt

Neuigkeiten zu Lernnavi

 

Während des Sommers lief die Suche nach dem technischen Partner für die Umsetzung der Plattform. Der Zuschlagsentscheid wurde Ende Oktober durch die Regierung gefällt und wird nach Ablauf der Rekursfrist Mitte November bekannt gegeben.

 

Die Entwicklungsteams Deutsch und Mathematik sind mit der Erstellung der Testaufgaben beschäftigt. Die Pilotierung der verschiedenen Aufgabentypen findet im Frühling 2018 auf einer ersten Version der Testplattform statt, die Normierung der Testaufgaben dann im Frühling 2019.

 

Bei Fragen zum Projekt steht Barbara Bitzi, Projektleiterin, Amt für Mittelschulen, unter 058 229 34 46 oder barbara.bitzi@sg.ch gerne zur Verfügung.

 

Weitere Informationen:

www.lernnavi.ch

Überprüfung Promotionsreglement Gymnasium: Zwischenbericht

Die Arbeitsgruppe des Projekts zur Überprüfung des Promotionsreglements Gymnasium empfiehlt in ihrem Zwischenbericht zuhanden des Erziehungsrates die Einführung der 19-Punkte-Regel zusätzlich zu den Bestehensnormen des Reglements der EDK über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (MAR).

 

 

Die 19-Punkte-Regel besagt, dass die Summe der fünf tiefsten Noten wenigstens 19 betragen muss. Diese Massnahme erschwert das «Abwählen» eines Faches (eine sehr tiefe Note in einem Fach bewusst in Kauf nehmen) erheblich. Die Arbeitsgruppe empfiehlt die Einführung der 19-Punkte-Regel aus folgenden Gründen:

  • Die Schülerinnen und Schüler müssen sich bei dieser Regelung vermehrt um ihre schlechtesten Fächer kümmern, dürfen gleichzeitig ihre starken Fächer aufgrund der doppelten Kompensation (Art. 16 MAR) nicht vernachlässigen.
  • Durch die Einführung der 19-Punkte-Regel verlieren sogenannte «Hochnotenfächer» ihre grosse Kompensationswirkung, da der Fokus auf den schwächsten Noten liegt.
  • Weitere Fächer können problemlos als Promotionsfächer aufgenommen werden, da sich die Schülerinnen und Schüler unabhängig von der Anzahl der Promotionsfächer darum bemühen müssen, dass die Summe ihrer fünf schlechtesten Noten nicht unter 19 sinkt.
  • Die 19-Punkte-Regel ist wirkungsvoll, ohne zu einer Ungleichbehandlung der Fächer durch unterschiedliche Gewichtung zu führen.

Der Erziehungsrat hat den Zwischenbericht zur Kenntnis genommen. Er erachtet die Einführung der 19-Punkte-Regel als sinnvolle Massnahme, um das «Abwählen» eines Faches zu erschweren und die Einführung weiterer Promotionsfächer (z.B. Sport oder Informatik) zu ermöglichen. Mit einer möglichen Umsetzung wird zugewartet, bis die Resultate des Projekts «Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs – kantonale Umsetzung» vorliegen und allfällige Auswirkungen der Ergebnisse auf das Promotionsreglement berücksichtigt werden können.

Einheitsaufnahmeprüfungen 2017; Ergebnisse

Im September 2017 fanden die Aufnahmeprüfungen für die kantonalen Fachmittelschulen, die Wirtschaftsmittelschulen, die Berufsmaturitätsschulen und für die Informatikmittelschulen statt. Weil die Prüfungen für alle diese Lehrgänge einheitlich sind, wird die Prüfung als Einheitsaufnahmeprüfung (EAP) bezeichnet.

 

Zu den an den Mittelschulen geführten Lehrgängen traten insgesamt 436 Schülerinnen und Schüler zu den Prüfungen an. 337 von ihnen haben bestanden. Die erfolgreichen Schülerinnen und Schüler treten nach den Sommerferien 2018 in eine Mittelschule oder eine Berufsmaturitätsschule ein.

Weitere Informationen:
PDF-Datei ER17-162 Ergebnisse EAP 2017.pdf (37 kB, PDF)   02.11.2017

Aktuelle Schülerstatistiken

Mit Stand Ende August 2017 präsentieren sich die Schülerzahlen der st.gallischen Mittelschulen wie folgt:

Ausbildungsgang

Burggraben

Brühl

Heer-brugg

Sargans

Wattwil

Wil

Total

2017

Total

2016

Gymnasium

1‘260

478

515

524

585

3‘362

3‘379

FMS

221

86

79

99

485

490

Fachmaturität

81

28

28

18

155

136

WMS/WMI

228

64

292

211

IMS-W

16

15

31

149

Total

1‘260

546

592

701

641

585

4‘325

4‘365

Neue Mittelschul-Broschüre

Für die OBA 2017 wurde die Broschüre «Mittelschulen des Kantons St.Gallen» mit den Daten der Orientierungsveranstaltungen und Aufnahmeprüfungen angepasst.

 

Weitere Informationen:

www.kanti-sg.ch

Handbuch Mittelschulen aktualisiert

Es sind wieder aktualisierte Merkblätter und Informationen im elektronischen Handbuch Mittelschulen im Internet verfügbar.

 

 

Weitere Informationen:

Handbuch Mittelschulen

 


Aus den Mittelschulen

Neuer Prorektor an der Kantonsschule Heerbrugg

Caduff Marc

Der Erziehungsrat hat im März 2017 als neuen Prorektor für die Kantonsschule Heerbrugg Dr. Marc Caduff gewählt. Er hat sein Amt auf Beginn des neuen Schuljahres 2017/18 angetreten.

 

Marc Caduff, geboren 1978, folgt auf Manuel Kobelt, der das Amt des Prorektors seit 2012 bekleidete. Er ist nebst anderem zuständig für die Bereiche Schulentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit sowie überfachliche Kompetenzen. Seit letztem Jahr unterrichtet Caduff die beiden Fächer Deutsch und Philosophie an der Kantonsschule Heerbrugg, zuvor war er als Seminar­oberassistent am Deutschen Seminar der Universität Zürich tätig, wo er mit einer Studie zum Schweizer Schriftsteller Robert Walser promovierte. Er wohnt mit seiner Familie in Arbon.

Informatikmittelschule ist gestartet

Auf Beginn des Schuljahres 2017/18 ist an den Kantonsschulen am Brühl St.Gallen (KSB) und Sargans (KSS) der neue Lehrgang «Informatikmittelschule (IMS)» eingeführt worden.

 

Die Informatikmittelschule, an den beiden Mittelschulen in der Ausrichtung Informatikmittelschule mit Schwerpunkt Wirtschaft (IMS-W) führt zu einem Doppelabschluss mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis Informatikerin/Informatiker (Fachrichtung Applikationsentwicklung) und einer Berufsmaturität Wirtschaft und Dienstleistungen, Typ Wirtschaft.

 

Nach einer beeindruckend kurzen Aufbauphase hat die IMS-W am 14. August 2017 an den beiden Schulen mit je 16 Schülerinnen und Schülern den Betrieb aufgenommen. Jene an der KSB wurden anlässlich einer «Startschussveranstaltung» am 18. August 2017 von Bildungschef Stefan Kölliker ausdrücklich zu ihrer Ausbildungswahl beglückwünscht. Er betonte, dass die Digitalisierung immer mehr Leute mit guten Informatikkenntnissen verlange. Vor diesem Hintergrund treffe die IMS den Nerv der Zeit.

 

Weitere Informationen:

www.kanti-sg.ch/ims/

www.ims-sg.ch

www.schule.sg.ch

 


Für Rückmeldungen oder Fragen steht Ihnen das Amt für Mittelschulen, Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen gerne zur Verfügung. Klicken Sie hier (info.bldams@sg.ch).