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AMSblatt - Dezember 2015

AMSblatt

Newsletter des Amts für Mittelschulen (AMS) des Bildungsdepartements des Kantons St.Gallen

Ausgabe Dezember 2015

 

 

Ein wichtiger Schritt geschafft – Der Schlussbericht zum Projekt FMSplus steht

 

Das Projekt FMSplus wurde im Mai 2014 gestartet. Sechs Arbeitsgruppen mit insgesamt über 30 Mitgliedern haben in der Zwischenzeit an der Optimierung des Lehrganges Fachmittelschule (FMS) gearbeitet. Die Ziele waren klar: Bezug auf die Ergebnisse der Evaluation des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen, klare Positionierung der FMS im Kanton St.Gallen, Erhöhung des Praxisbezugs, sowie Vereinfachung der administrativen Abläufe. Es wirkten Vertretungen der Pädagogischen Hochschule St.Gallen, der Fachhochschule St.Gallen, der Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales, des Berufs- und Weiterbildungszentrums für Gesundheit- und Sozialberufe sowie des Berufs- und Weiterbildungszentrums Sarganserland in den Arbeitsgruppen mit. Die dadurch ermöglichten vertieften Diskussionen haben zu breit abgestützten und von allen Seiten kritisch hinterfragten Lösungen geführt. Der Schlussbericht wurde dadurch auch zu einem Fachbericht, der sich nicht nur mit den groben Linien auseinandersetzt, sondern teilweise im Detail vorschlägt, welche Neuerungen anzustreben sind.

 

Für einige Mitglieder der Arbeitsgruppen geht der Prozess nahtlos weiter. Denn es gilt, in den nächsten Monaten die Promotionsbedingungen zu besprechen sowie im Berufsfeld Pädagogik die Praktikumsleistungen zu definieren. Zudem startet nach der Vernehmlassung der Lehrplanprozess, bevor die Neuerungen im Schuljahr 2017/18 in den ersten Klassen der FMS erstmals zum Tragen kommen soll.

 

An dieser Stelle möchte ich allen am Projekt FMSplus Beteiligten herzlich für ihre Mitarbeit danken. Ohne ihr grosses Engagement wäre der Schlussbericht in der vorliegenden Form nicht möglich gewesen.

 

Tina Cassidy

Projektleiterin FMSplus

Die Neugestaltung der FMS steht zur Diskussion

Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom 16. Dezember 2015 den Schlussbericht des Projekts FMSplus zur Kenntnis genommen bzw. die Stundentafeln in 1. Lesung beraten. Der Schlussbericht enthält alle Neuerungsvorschläge, welche die Arbeitsgruppen in den vergangenen eineinhalb Jahren erarbeitet haben.

Einige Neuerungen stechen besonders hervor:

  • Die Erweiterung des naturwissenschaftlichen Unterrichts um 3 TAN-Lektionen: Eine Arbeitsgruppe durfte sich damit auseinandersetzen, den naturwissenschaftlichen Unterricht der FMS neu zu strukturieren und zusätzlich 3 TAN-Lektionen einzubauen.
  • Neues Fach politische Bildung: Aufgrund der Rückmeldungen von Abnehmerschulen soll das politische Wissen im gewählten Berufsfeld bei den Fachmaturandinnen und -maturanden verbessert werden. Daher wurde eine neues Fach von einer Jahreswochenlektion in die Stundentafel aufgenommen: die politische Bildung. Ziel des Faches ist es, aufbauend auf dem politischen Basiswissen aus den Fächern Geschichte sowie Wirtschaft und Recht die Schülerinnen und Schüler durch einen auf Praxis und Aktualität bezogenen Unterricht auf Herausforderungen des Berufsalltags vorzubereiten.
  • Neustrukturierung der Fachmaturität Pädagogik (4. Jahr): Ein späterer Beginn der Schuljahrs (nach den Herbstferien) sowie Schlussprüfungen am Ende des 2. Semesters strukturieren das 4. Jahr neu. Durch ein dreiwöchiges Praktikum in einer Schule oder in einem Kindergarten soll ein vertiefter Einblick in den Alltag einer Lehrperson möglich werden. Zudem muss die Fachmaturitätsarbeit in Zusammenhang mit dem Praktikum verfasst werden. Für die Vor- und Nachbereitung des Praktikums sowie die Stärkung der Fachbereiche Deutsch und Mathematik werden 1.5 JWL zusätzlich eingeplant. 
  • Stärkere Begleitung der Fachmaturitäten Gesundheit und Soziales (Praktikumsjahr): Die Anbindung an die FMS, die Verknüpfung von Theorie und Praxis sowie eine Verbesserung der Qualität der Fachmaturitätsarbeiten sollen mit einzelnen Schultagen während des Praktikums erreicht werden.

Die Ergebnisse zum Prüfauftrag Musik sowie einem allfälligen neuen Berufsfeld Kommunikation und Information sind im Schlussbericht ebenfalls ausgewiesen.

Der Erziehungsrat hat das Amt für Mittelschulen eingeladen, ein Vernehmlassungsverfahren durchzuführen.

 

Die entsprechenden Unterlagen finden Sie hier.

Neues Anmeldeverfahren für die Aufnahmeprüfungen

Mit der Einführung der neuen Schulverwaltungs-Software (Nesa) für die Mittelschulen wird das Anmeldeverfahren für die Aufnahmeprüfungen grundlegend geändert. Neu erfolgt die Anmeldung weitgehend elektronisch via Internet über die Seite des Kanti-Navigators (www.kanti-sg.ch).

Lehrplan Wirtschaftsmittelschule

Der Erziehungsrat hat bereits zu einem früheren Zeitpunkt davon Kenntnis genommen, dass aufgrund von geänderten Bundesvorgaben Anpassungen am Lehrgang der Wirtschaftsmittelschule erforderlich sind (ERB 2014/248).

 

Er hat aus diesem Grund bereits eine neue Stundentafel erlassen (ERB 2015/101) sowie das Promotions- (ERB 2015/120) und das Berufsmaturitätsprüfungsreglement (ERB 2015/182) angepasst. Nun hat er in 1. Lesung auch die neuen Lehrpläne beraten. Diese richten sich grundsätzlich nach den Vorgaben der Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität (SR 412.103.1) und nach dem Bildungsplan «Kaufmann/Kauffrau mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis für die schulisch organisierte Grundbildung». Diese erforderlichen Anpassungen wurden im Wesentlichen von den Schulleitungen und den Fachlehrpersonen der beiden Schulen, welche auch künftig Wirtschaftsmittelschul-Lehrgänge anbieten – nämlich der Kantonschule am Brühl St.Gallen und der Kantonsschule Sargans – geleistet. Sie waren in ihrem Auftrag gehalten, zum einen die neuen Vorgaben vollumfänglich in die neuen Fachlehrpläne zu integrieren, damit die schweizweite Anerkennung der Ausbildungsabschlüsse weiterhin gewährleistet bleibt. Zum anderen waren sie aber auch aufgefordert, sich grundsätzlich an das bewährte Konzept des Lehrgangs zu halten, wie es der Erziehungsrat am 15. Dezember 2010 (ERB 2010/369) verabschiedet hat. Gegenüber dem bisherigen Konzept soll als einziges nennenswertes Element der Aufenthalt im englischen Sprachraum von bisher 6 auf neu 7 Wochen verlängert werden.

 

Der Lehrplan geht nun in die Vernehmlassung. Diese ist bewusst kurz angesetzt und dauert bis 31. Januar 2016. Grund für die kurze Frist ist, dass einerseits bezüglich der Inhalte aufgrund der Bundesvorgaben kaum Handlungsspielraum besteht und andererseits die vom Lehrplan direkt betroffenen Lehrpersonen aktiv an der Ausarbeitung beteiligt waren.

 

Die entsprechenden Unterlagen finden Sie hier.

Religiöse Begleitung an Mittelschulen; Einführung an allen Mittelschulen

Die Mittelschulen haben die Aufgabe für eine angemessene Beratung und Betreuung ihrer Schülerinnen und Schüler zu sorgen. In diesem Zusammenhang wurde auf Beginn des Schuljahres 2011/12 in Zusammenarbeit mit der evangelisch-reformierten Landeskirche und dem katholischen Bistum das Angebot der religiösen Begleitung an den Kantonsschulen am Burggraben St.Gallen und Wil eingeführt. Dieses Angebot hat sich an beiden Schulen gut bewährt, so dass der Erziehungsrat nun entschieden hat, dieses Angebot der religiösen Begleitung für Schülerinnen und Schüler auszuweiten und an allen Mittelschulen zur freiwilligen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Die Kosten werden zu 60 Prozent vom Staat und zu je 20 Prozent von den beiden Landeskirchen getragen. An jeder Schule stehen dafür vier Stellenprozente, an der Kantonsschule am Burggraben St.Gallen acht Stellenprozente zur Verfügung. Diese Stellen werden von ausgebildeten Theologen oder Theologinnen bekleidet.

Merkblatt Personalrechtliche Konflikte an Mittelschulen

Der Rechtsdienst des Bildungsdepartementes hat ein Merkblatt zum Vorgehen bei personalrechtlichen Konflikten an Mittelschulen erarbeitet. Darin werden die Zuständigkeiten zur Personalführung, das Vorgehen bei Pflichtverletzungen sowie der Verfahrensablauf bei personalrechtlichen Massnahmen und Kündigungen aufgezeigt.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern des AMSblattes frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr.

 

Das Team vom Amt für Mittelschulen (AMS)

Christoph Mattle, Marcel Koller, Adrian Bachmann, Tina Cassidy, Ursula Meiler und Sabrina Odoni

 

Für Rückmeldungen oder Fragen steht Ihnen das Amt für Mittelschulen, Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen gerne zur Verfügung. Klicken Sie hier (info.bldams@sg.ch).