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AMSblatt - März 2016

AMSblatt

Newsletter des Amts für Mittelschulen (AMS) des Bildungsdepartements des Kantons St.Gallen

Ausgabe März 2016

 

 

Lernnavi, das neue Lernfördersystem

 

Lernnavi heisst das Lernfördersystem, das in den Fächern Deutsch und Mathematik neu entstehen wird. Es soll den Schülerinnen und Schülern eigenständiges Lernen auf einer Onlineplattform ermöglichen und sie wie ein Navi im Strassenverkehr beim Lernen begleiten. Den Lehrpersonen war es seit Beginn des Nachfolgeprojekts von eprolog/Gymbasis ein Anliegen, Klarheit über den Einsatzzweck und die Datenhoheit des neu geplanten Lernfördersystems zu erhalten. Der Erziehungsrat hat sich in seiner Sitzung vom 18. Februar 2016 mit dem Projekt befasst und die bestehenden Beschlüsse zu Einsatzzweck und Datenhoheit noch einmal bestätigt. Das bedeutet: Freiwilligkeit in Bezug auf den Einsatz im Unterricht, Einsicht der Resultate nur für die betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie die Fachlehrperson und keine selektive Wirkung der Resultate. Auf dieser Grundlage starten die Arbeiten Mitte März 2016.

 

Tina Cassidy

Co-Projektleiterin Lernnavi

 

Perspektivenbericht Mittelschulen im Kantonsrat

Die Regierung hat dem Kantonsrat einen Bericht zu den Maturitäten zugeleitet. Darin äussert sie sich nicht nur zu Ursachen und Wirkungen der schweizweit tiefen Maturitätsquote im Kanton St.Gallen, sondern gibt ergänzend auch einen Überblick über die laufenden Projekte und Entwicklungen an den Mittelschulen. Sie stellt fest, dass die Qualität an den Mittelschulen im Kanton St.Gallen sehr gut ist, dass jedoch das Potential der Jugendlichen zur Erlangung einer Maturität noch besser ausgeschöpft werden kann. Dies soll mit indirekten Massnahmen – Eröffnen und Nutzen von Chancen – geschehen. Der Bericht wird im April 2016 vom Kantonsrat beraten.

 

Die entsprechenden Unterlagen finden Sie hier:


Evaluation Aufnahmeverfahren in der Vernehmlassung

Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom 18. Februar 2016 vom Bericht «Evaluation des Aufnahmeverfahrens an die st.gallischen Mittelschulen WMS, WMI, FMS und die lehrbegleitende BMS» Kenntnis genommen.

 

Gemäss Schlussfolgerungen des Berichts hat sich das gemeinsame Aufnahmeverfahren (Einheitsprüfung) etabliert und soll grundsätzlich beibehalten werden. Es werden insgesamt acht Empfehlungen zur Optimierung des Aufnahmeverfahrens abgegeben. Diese gliedern sich in inhaltliche und organisatorische Anpassungen. Der Erziehungsrat hat das Amt für Mittelschulen eingeladen, zu diesen Empfehlungen ein Vernehmlassungsverfahren durchzuführen. Dabei soll auch eruiert werden, ob ein Teil der Kandidatinnen und Kandidaten prüfungsfrei aufgenommen werden soll.

 

Die Unterlagen und der Link zur Vernehmlassung finden sich unter www.schule.sg.ch> Mittelschule > Vernehmlassungen > Evaluation Aufnahmeverfahren.

 

Fremdsprachenkonzept (Französisch)

Der Erziehungsrat hat im Sommer 2014 eine Arbeitsgruppe mit dem Auftrag eingesetzt, ein Fremdsprachenkonzept für das Gymnasium zu erarbeiten.  


 

Der Projektauftrag umfasst die folgenden Punkte:

  1. Generelle, inhaltliche Erwartung an den Fremdsprachenunterricht: Klärung der zu erreichenden Ziele in Bezug auf Sprach- und Methodenkompetenz, Literatur und Kultur.
  2. Eintritts- und Austrittsniveaus: Definition, Überprüfung und Überprüfbarkeit, Schnittstelle zur Volksschule, inhaltliche und formelle Ausgestaltung der Aufnahmeprüfung
  3. Rolle und Einsatz von Sprachzertifikaten
  4. Positionierung des Faches Französisch
  5. Weiterentwicklung der Bilingualen Lehrgänge bzw. des Bilingualen Unterrichts
  6. Rolle und Positionierung von weiteren modernen Fremdsprachen (Italienisch, Spanisch, Chinesisch, Russisch)
  7. Fremdsprachendidaktik (Weiterbildung)
  8. Rolle und Einsatz von Sprachassistentinnen und -assistenten
  9. Sprachaufenthalte und Austauschprojekte

Rasch wurde deutlich, dass sich die verschiedenen Sprachen bezüglich Ausgangslage und Bedürfnissen nicht über einen Leisten schlagen lassen. Aus diesem Grund wurde der Projektauftrag in die einzelnen Sprachfächer aufgegliedert. In einer ersten Phase erfolgte eine Konzentration auf das Fach Französisch. Als Ergebnis der Arbeiten entstand ein Bericht (vgl. Link), welcher dem Erziehungsrat an dessen Klausursitzung vom 18./19. Februar 2016 präsentiert werden konnte. Als wesentliche Novität ist dabei die Idee zu bezeichnen, dass zu Beginn des zweiten Gymnasialjahres ein mündlicher Französischtest eingeführt werden soll. Diese Idee fand im Erziehungsrat wie der gesamte Bericht positive Resonanz. Als Ergebnis erging der Auftrag, einen neuerlichen Projektauftrag zu formulieren, um aufzuzeigen, in welcher Form die im Bericht genannten Empfehlungen umgesetzt werden könnten. Es ist geplant, den neuen Projektauftrag im Verlauf des Frühlings 2016 dem ER vorzulegen. Die Projektarbeiten für die weiteren Sprachfächer ruhen, solange die Ressourcen auf das Fach Französisch kanalisiert werden.

Lernnavi – ein Lernfördersystem für die Fächer Deutsch und Mathematik

Der Kanton St.Gallen entwickelt als Nachfolgeprojekt von eprolog/Gymbasis ein Lernfördersystem für die Fachbereiche Deutsch und Mathematik auf Gymnasialstufe, das als Hilfsmittel zur Erreichung eines Teils der basalen fachlichen Kompetenzen eingesetzt wird.
 

Es ist ein Fördersystem, das den Schülerinnen und Schülern ihren aktuellen Leistungsstand aufzeigt und ihnen die Möglichkeit bietet, ihre Leistungen mit Gleichaltrigen zu vergleichen und selbständig an ihren Schwächen zu arbeiten. Um die Validität des Referenzrahmens zu garantieren, werden Fachpersonen der Fachdidaktik, welche am EVAMAR II Teilprojekt 1 zu den basalen Kompetenzen der EDK mitgearbeitet haben, ins Projekt eingebunden. Die bereits bestehenden Referenzrahmen von eprolog werden angepasst. Sie beinhalten künftig nur noch die grundlegenden Kompetenzen, die auf einer Onlineplattform abgefragt werden können. Ziel ist, einen Teil der zur Diskussion stehenden basalen fachlichen Kompetenzen aufzunehmen. Die bestehenden drei Plattformen werden zu einer einzigen zusammengeführt. Eine Kompetenzeinstufung verweist die Schülerinnen und Schüler direkt auf das passende Niveau der dazugehörigen Lernplattform. Dadurch entsteht ein Fördersystem, das den Schülerinnen und Schülern einen klaren Nutzen bietet.

 

Neuer Name

Das Lernfördersystem erhält den Namen «Lernnavi». Dies unter anderem in Anlehnung an den «Kanti Navigator». Die Lernplattform wird mit dem neuen Namen ein einheitliches und frisches Design erhalten.

 

Neue Projektorganisation

Das Projekt ist mittlerweile im Bildungsdepartement angesiedelt. Neu steht Jürg Raschle, Generalsekretär des Bildungsdepartements, dem Lenkungsausschuss vor. Geplant ist eine Begleitgruppe mit Vertretungen der Kantonalen Rektorenkonferenz, je einer Lehrperson der Fachgruppen Deutsch und Mathematik, des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen, der Schweizerischen Zentralstelle für die Weiterbildung der Mittelschullehrpersonen sowie Rektoren anderer Kantone.

Die Projektleitung wird neu von Tina Cassidy, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Amt für Mittelschulen, und Simone Graf, Projektleiterin Neue Medien im Kantonalen Lehrmittelverlag, im Sinne einer Co-Projektleitung, geteilt. Tina Cassidy ist für die inhaltlichen Aspekte des Projektes zuständig, so beispielsweise für die Zusammenarbeit mit den Fachdidaktikern sowie mit dem Entwicklungsteam der Lehrpersonen. Simone Graf verantwortet sämtliche technische Aspekte sowie die Normierung und Erprobung des Systems.

 

Einsatz und Datenhoheit von Lernnavi

In Bezug auf den Einsatz und die Datenhoheit von Lernnavi hält der Erziehungsrat an den Beschlüssen aus dem Jahr 2013 zu eprolog/Gymbasis fest und bestätigt noch einmal Folgendes: Vorgesehen ist ein Lernfördersystem für die Schülerinnen und Schüler. Es dient ausschliesslich der Verbesserung der Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler und nicht der Beurteilung der Leistung der Lehrpersonen. Es hat für die Schülerinnen und Schüler keine selektive Wirkung. Der Einsatz bleibt freiwillig, wobei die Fachlehrperson über den obligatorischen Einsatz in der Klasse entscheidet. Einsicht in die Ergebnisse haben einzig die Schülerinnen und Schüler sowie die jeweils unterrichtenden Fachlehrpersonen. Die Frage nach der Erteilung einer Einzelnote, so wie es aktuell beim Einsatz von eprolog möglich ist, muss aufgrund des Fördergedankens von Lernnavi im Projekt jedoch erneut diskutiert und allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt neu beantwortet werden.

 

Einbezug der Lehrpersonen

Die Lehrpersonen der Fachbereiche Deutsch und Mathematik im Kanton St.Gallen werden regelmässig über den Projektstand informiert und in die Diskussion über die Referenzrahmen miteinbezogen. Beide Fachschaften können jeweils eine Vertretung in die geplante Begleitgruppe delegieren und sind dadurch immer auf dem aktuellen Diskussionsstand.

 

Zeitplan

Im März 2016 beginnt die Arbeit der Fachdidaktiker und den Lehrpersonen des Entwicklungsteams. Gemeinsam werden Qualitäts- und Prozessabläufe definiert und in einem ersten Schritt die beiden neuen Referenzrahmen erstellt, die danach in den Fachschaften diskutiert werden können. Anschliessend geht es an die Überprüfung der bereits vorhandenen und die Neuentwicklung von Aufgaben für die Kompetenzeinstufung und die Lernplattformen. Parallel dazu wird an der technischen Umsetzung und einem frischen Internetauftritt gearbeitet.

 

Für Fragen zum detaillierten Projektplan steht Tina Cassidy, Co-Projektleiterin, Amt für Mittelschulen, unter 058 229 34 46 oder tina.cassidy@sg.ch gerne zur Verfügung.

Fokusthemen für die Mittelschulen

Der Erziehungsrat hat im Jahr 2012 die Richtlinien für die Zweierdelegation des Erziehungsrates für die Mittelschulen erlassen und an einem Workshop mit dem Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen hinterfragt und diskutiert. An diesem Workshop wurde festgelegt, dass der Erziehungsrat jährlich Fokusthemen festsetzt, die eine Zweierdelegation mit den Schulleitungen der sechs Kantonsschulen bearbeitet.

Der Erziehungsrat hat in seiner Sitzung vom 18. Februar 2016 das Fokusthema 2016 beschlossen. Aufbauend auf das Fokusthema 2015 «Leitbild und Schulprogramm» werden in den Sitzungen der Zweierdelegationen des Erziehungsrates folgenden Fragen besprochen:

«Passen die Strukturen zu den angestrebten Zielen?»

  • Können die angestrebten Ziele mit den derzeitigen Strukturen und Ressourcen umgesetzt werden?
  • Ist die Schulentwicklung unter Sem sinnvoll aufgegleist? Gibt es daneben Gruppen, die sich mit anderen Projekten auseinandersetzen? Falls ja: Welche und wieso in einer anderen Organisationsform?
  • Besteht eine Übersicht darüber, welche Lehrpersonen in welchen Projekten integriert sind? Wird darauf geachtet, dass alle einen Anteil leisten? Wie?

In einer Herbstsitzung wird sich der Erziehungsrat mündlich über die Ergebnisse zum Fokusthema 2016 austauschen.

Entwicklung der Schwerpunktfächer an den Gymnasien

Um einen Überblick über die Verteilung der Schwerpunktfächer zu gewinnen, hat das Amt für Mittelschulen Statistiken erstellt, die die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre aufzeigen.

Für Rückmeldungen oder Fragen steht Ihnen das Amt für Mittelschulen, Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen gerne zur Verfügung. Klicken Sie hier (info.bldams@sg.ch).