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AMSblatt - Juni 2016

AMSblatt

Newsletter des Amts für Mittelschulen (AMS) des Bildungsdepartements des Kantons St.Gallen

Ausgabe Juni 2016

 

Die Mittelschulen standen in den vergangenen Monat verschiedentlich im Mittelpunkt des politischen Interesses. Der Bericht «Perspektiven der Mittelschule» wurde sowohl in der st.gallischen Regierung als auch im Kantonsrat eingehend diskutiert. Die kantonalen Mittelschulen erhielten Bestnoten. Aus allen Fraktionen gab es Lob für die Qualität der Mittelschulen, für die Führung der Schulen, für die vielen Neuerungen, die in den vergangenen Jahren umgesetzt worden sind und für die Projekte, die sich in der Umsetzung oder in Planung befinden. In einem Punkt folgte der Kantonsrat der Regierung nicht, was zu bedauern ist. Die Regierung stellte nämlich den Antrag, die Schulleitungsmitglieder zusätzlich vom Unterricht zu entlasten und die Schulsekretariate der Schulen massvoll auszubauen. Diesen Ausbau betrachtete und betrachtet das Bildungsdepartement als notwendig, damit die Schulführung den gewachsenen Ansprüchen, den laufenden Neuerungen und Projekten gerecht werden kann. Die Schulleitungen sollten sich namentlich vermehrt um die Personalentwicklung kümmern dürfen, was für die Zukunft der Schulen überaus wichtig ist.


Die Regierung hat die neue Stundentafel für die FMS genehmigt und beschlossen, das Berufsfeld Kommunikation und Information neu anzubieten. Hier hat sie zusätzliche Geldmittel frei gegeben. Die Evaluation der FMS, erbrachte ebenfalls Bestnoten für die st.gallische Umsetzung der Fachmittelschule und der Fachmatura. Schliesslich sind zwei weitere Erfolge zu verzeichnen: die Regierung hat den neuen Lehrplan der WMS genehmigt, und der Kantonsrat hat die Einführung der Informatikmittelschule beschlossen. Insgesamt haben die Mittelschulen diesen Frühling – gerade zur Heuernte - ein grosses und erfreuliches Fuder eingefahren.

 

Christoph Mattle
Leiter Amt für Mittelschulen

Optimierung des Lehrgangs Fachmittelschule abgeschlossen

Neues Berufsfeld für die Fachmittelschule

 

Als erster Kanton der Schweiz hat St.Gallen die Fachmittelschule (FMS) evaluiert. Der im Jahr 2005 eingeführte Lehrgang erhielt dabei gute Noten. Die wichtigsten Anpassungen gibt es im Berufsfeld Pädagogik. Zudem wird das Berufsfeld Kommunikation und Information neu eingeführt.

 

Die Optimierungen in den Berufsfeldern Gesundheit, Soziales, Pädagogik und Gestalten basieren auf dem Evaluationsbericht des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen. Sie wurden in Arbeitsgruppen ausgearbeitet, in denen auch die Pädagogische Hochschule St.Gallen und die Fachhochschule St.Gallen mitwirkten. Die vom Erziehungsrat beschlossenen Änderungen wurden von der Regierung genehmigt und treten im Schuljahr 2017/2018 einlaufend in Kraft. Insgesamt hat die grossangelegte Evaluation gezeigt, dass die Fachmittelschule mit Fachmatura bei den Schülerinnen und Schülern, bei den anschliessenden Hochschulen und bei Firmen, Organisationen und Institutionen der Arbeitswelt gut ankommt.

 

Einführung des Berufsfelds Kommunikation und Information

Das Berufsfeld Kommunikation und Information wird nun auch im Kanton St.Gallen eingeführt. Durch die angebotenen Fächer Medienkunde und Recht, digitale Kommunikation oder Schreib- und Zeichnungswerkstatt öffnen sich für die Absolvierenden die Türen für weitere Ausbildungen an den Fachhochschulen wie für Bachelorabschlüsse in den Bereichen Information und Science, Multimedia Production, Kommunikation oder Angewandte Sprachen. Der Lehrgang startet im Schuljahr 2017/2018. Die Einheitsaufnahmeprüfung an die FMS 2016 ermöglicht auch den Zugang zum neuen Berufsfeld.

 

Optimierungen in allen Berufsfeldern

Im Rahmen der Stärkung der Naturwissenschaften im Kanton St.Gallen hat die Regierung beschlossen in der Fachmittelschule drei zusätzliche Jahreswochenlektionen zu genehmigen. Damit wird es möglich, den naturwissenschaftlichen Unterricht anwendungsorientierter zu unterrichten. Um den Schülerinnen und Schülern die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge interessanter darbringen zu können, wird ein neues Fach eingeführt. Dieses zeigt anhand von berufsfeldspezifischen Inhalten Strukturen, Akteure und Abläufe der modernen Gesellschaft auf.

 

Praxiseinsatz im Berufsfeld Pädagogik

Im Berufsfeld Pädagogik wird das vierte Ausbildungsjahr, in welchem die Fachmatura erworben wird, neu gestaltet. Kern der Neukonzeption ist ein dreiwöchiger Praxiseinsatz in einer pädagogischen Institution mit vor- und nachbereitenden Modulen. Der Beginn der Ausbildung inkl. Praktikum findet nach den Herbstferien statt. Die Zeit davor können die Schülerinnen und Schüler für Sprachaufenthalte und Praxiseinsätze nutzen. Der allgemeinbildende Teil erfolgt nach dem Praktikum und wird vor den Sommerferien mit den Schlussprüfungen abgeschlossen.

 

Beibehaltung des Berufsfelds Musik

Das Berufsfeld Musik wurde im Auftrag des Erziehungsrates überprüft. Die Arbeitsgruppe konnte eine überzeugende Neukonzeption erarbeiten, die dazu führt, dass das Berufsfeld ab sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitergeführt werden kann. Eine individuelle Betreuung, die Zusammenarbeit mit Pre Colleges sowie eine zeitgemässe Ausgestaltung der Berufsfeldfächer mit jahrgangsübergreifenden Projekten oder dem Einsatz digitaler Medien stechen besonders hervor. Der Lehrgang wird wie bis anhin ausschliesslich an der Kantonsschule am Brühl angeboten.

 

Viertes Jahr Berufsfelder Gesundheit und Soziales

In den Berufsfeldern Gesundheit und Soziales werden die Schülerinnen und Schüler aufgrund regelmässiger Module an der Mittelschule während des Praktikumsjahres stärker begleitet. Dies ermöglicht eine engere Zusammenarbeit mit den Institutionen, das Auffangen von anspruchsvollen Situationen während des Praktikums sowie eine intensivere Begleitung bei der Erarbeitung der Fachmaturitätsarbeit.

 

 

Erneuerungswahlen 2016/2020

An der Sitzung vom 18. Mai 2016 hat der Erziehungsrat die Kommissionen sowie die Schulleitungen der sechs Mittelschulen für die Amtsdauer 2016 bis 2020 gewählt.

 

Die Regierung hat die Wahlen der Rektorinnen und Rektoren am 31. Mai 2016 genehmigt. Alle Rektorinnen und Rektoren sowie alle Mitglieder der Schulleitungen der sechs Kantonsschulen sind für weitere vier Jahre in ihren Ämtern bestätigt worden.

 

Das Amt für Mittelschulen gratuliert den gewählten Mitgliedern der Kommissionen und den Schulleitungen der sechs Mittelschulen zur Wahl und wünscht Ihnen bei der Ausübung ihres Amtes viel Freude.

 

Weitere Informationen:

Medienmitteilung zu den Kommissionswahlen

 

Verleihung des Professortitels an Mittelschulen läuft aus

Mittelschullehrerinnen und -lehrer haben bisher nach einer bestimmten Anzahl Dienstjahren den Titel einer Professorin oder eines Professors erhalten. Erziehungsrat und Regierung erachten dies als nicht mehr zeitgemäss und schaffen die Titelverleihung mit einer Übergangsfrist ab. Damit gleicht sich der Kanton St.Gallen allen anderen Schweizer Kantonen an.

 

Heute wird Hauptlehrerinnen und -lehrern nach vierjähriger Bewährung an einer Mittelschule des Kantons St.Gallen von der Regierung der Professortitel verliehen. Der Erziehungsrat und die Regierung haben beschlossen, diese Praxis aufzugeben. Dies insbesondere mit Blick darauf, dass Dozierende an Universitäten den Professortitel ausschliesslich auf Vorlage einer Habilitationsschrift und der damit verbundenen beachtlichen Forschungsarbeit erhalten. In keinem anderen Kanton wird der Professortitel an Mittelschullehrpersonen verliehen. Die Rechtsgrundlage für den Professortitel an Mittelschulen – Verordnung über die Verleihung des Professortitels an Lehrer der Mittelschulen aus dem Jahr 1981 – wird deshalb aufgehoben. Mit der Preisgabe des Professortitels ist keine Schmälerung der personalrechtlichen Stellung der Lehrpersonen verbunden.

 

Übergangsfrist bis 2019 und Wahrung des Besitzstandes

Lehrpersonen, die bis spätestens Beginn des Schuljahres 2015/16 zur Hauptlehrerin oder zum Hauptlehrer gewählt wurden, wird in den Jahren 2017 bis 2019 der Professortitel noch verliehen. Mittelschullehrpersonen, die den Titel bereits erhalten haben, dürfen diesen auch künftig (und wie bis anhin auch nach dem Übertritt in den Ruhestand) führen.

Einheitsaufnahmeprüfung für Wirtschafts-, Fach- und Berufsmaturität bleibt

Im Jahr 2011 wurde die einheitliche Aufnahmeprüfung für die Wirtschaftsmittel-schule, die Fachmittelschule und die lehrbegleitende Berufsmaturität eingeführt. Eine vertiefte Evaluation machte wenig Handlungsbedarf aus. Nach einer Vernehmlassung bei den Mittelschulen, den Berufsfachschulen und den Oberstufen hat der Erziehungsrat beschlossen, das zwischenzeitlich breit abgestützte Aufnahmeverfahren ohne grössere Anpassungen weiter zu führen.

 

Seit 2011 erfolgt der Eintritt in die Fachmittelschule (FMS), in die Wirtschaftsmittelschule (WMS) und in die lehrbegleitende Berufsmaturität (BM) nach Bestehen der sogenannten Einheitsaufnahmeprüfung. Der Erziehungsrat hat im Mai 2015 den Auftrag zur Evaluation dieses Aufnahmeverfahrens erteilt. Dabei sollte untersucht werden, ob sich die Einheitsaufnahmeprüfung insgesamt bewährt hat und ob insbesondere die «richtigen» Schülerinnen und Schüler am richtigen Ort aufgenommen werden. Die Evaluation wurde im Herbst durch die Firma Landert Brägger Partner durchgeführt. Im Schlussbericht zur Evaluation wurde festgehalten, dass die Einheitsaufnahmeprüfung mittlerweile auf breite Akzeptanz stösst und daher beibehalten werden solle. Es wurden sieben Empfehlungen für eine punktuelle Anpassung des Prüfungsverfahrens abgegeben. Diese Empfehlungen wurden vom Erziehungsrat in die Vernehmlassung geschickt. Zudem unterbreitete der Erziehungsrat den Vernehmlassungspartnern verschiedene Varianten für eine teilweise prüfungsfreie Zulassung in die WMS, FMS und die BM.

 

Eine teilweise prüfungsfreie Zulassung wird überwiegend abgelehnt. Deshalb wird auf eine Anpassung des Verfahrens verzichtet und sämtliche Kandidatinnen und Kandidaten haben auch künftig die Prüfung zu absolvieren. Die Vernehmlassung hat die Ergebnisse in Bezug auf die Akzeptanz der Einheitsaufnahmeprüfung bestätigt. Drei Viertel der Antwortenden befürworten den Beibehalt der einheitlichen Aufnahmeprüfung für die drei Bildungsgänge. Bezüglich der Prüfungsfächer sprach sich eine grosse Mehrheit für die Beibehaltung des Prüfungsfachs Französisch - nebst Deutsch und Mathematik - aus. Die Einführung des Prüfungsfachs Englisch lehnt der Erziehungsrat mit Blick auf den zusätzlichen Prüfungsaufwand in Relation zu einem geringen zusätzlichen Erkenntnisgewinn ab. Drei Empfehlungen betreffen organisatorische Fragen, für welche nicht der Erziehungsrat, sondern die Kantonalen Rektorenkonferenzen der Mittel- und der Berufsfachschulen zuständig sind.

Insgesamt bleibt die Aufnahmeprüfung in die Wirtschafts-, die Fachmittelschule und in die lehrbegleitende Berufsmaturität praktisch unverändert. Evaluation und Vernehmlassung haben bestätigt, dass das Verfahren tauglich und breit akzeptiert ist.

 

Keine Änderung beim Gymnasium

Hätte es beim Aufnahmeverfahren zur FMS/WMS/BMS Änderungen gegeben, wäre anschliessend auch das Aufnahmeverfahren ins Gymnasium entsprechend überprüft worden. Das heisst, dass die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium auf längere Sicht nicht verändert wird.

 

Weitere Informationen:

Medienmitteilung

 

Anpassungen am Lehrplan WMS/WMI

Die Regierung hat den neuen Lehrplan für die Wirtschaftsmittelschule genehmigt.

 

Im AMSblatt vom Dezember 2015 wurde darauf hingewiesen, dass am Lehrplan der Wirtschaftsmittelschule aufgrund von geänderten Bundesvorgaben Anpassungen vorzunehmen sind. In der Zwischenzeit hat der Erziehungsrat den neuen Lehrplan in Kraft gesetzt, und die Regierung hat ihn genehmigt. Die Projektgruppe, bestehend aus den für die Wirtschaftsmittelschule zuständigen Schulleitungsmitgliedern, Prorektorin Renée Lechner (Kantonsschule am Brühl St.Gallen) und Prorektor Daniel Kaeser (Kantonsschule Sargans, sowie Adrian Bachmann vom Amt für Mittelschulen, ist nun damit befasst, dass die neuen Ausbildungselemente wie «Vertiefen und Vernetzen» oder «Interdisziplinäres Arbeiten in den Fächern» mit Leben und Inhalt gefüllt werden. Parallel dazu wird bei den zuständigen Bundesstellen die neu erforderliche Anerkennung des Lehrgangs beantragt.

 

Weitere Informationen:

Lehrplan WMS

Fremdsprachenkonzept – Projektauftrag

Der Erziehungsrat hat einen Projektauftrag erlassen, in welchem aufgezeigt werden soll, wie das Fach Französisch gestärkt werden soll.


 

Im AMSblatt vom März 2016 wurde der von der Projektgruppe «Fremdsprachenstrategie» erarbeitete Bericht für das Fach Französisch vorgestellt. Der Erziehungsrat gab der Projektgruppe den Auftrag, die möglichen aufgezeigten Massnahmen zu konkretisieren und darzulegen, wie diese umgesetzt werden könnten. Zu diesem Zweck hat er am 18. Mai 2016 einen neuerlichen Projektauftrag erlassen. Bearbeitet wird der Auftrag von der bestehenden Projektgruppe, welche Rektorin Judith Mark (KS Heerbrugg), Prorektorin Milena Ferigutti (KSWil), Franz Hahn (Präsident Kantonale Fachgruppe Französisch, KS Wattwil) und Adrian Bachmann (Amt für Mittelschulen, Projektleitung) umfasst. Ergänzt wird das Projektteam durch eine Vertretung der PK Mittelschulen, welches nach deren Konstituierung bezeichnet bzw. dem Erziehungsrat zur Wahl vorgeschlagen wird. Entsprechend wird die Arbeitsgruppe ihre Arbeit nach den Sommerferien aufnehmen.

 

Informatik als obligatorisches Fach

Der Erziehungsrat hat am 20. April 2016 ein Projekt zur Einführung von Informatik als obligatorisches Fach an den Mittelschulen in Auftrag gegeben.


 

Damit nimmt der Erziehungsrat ein Bedürfnis auf, das die Mittelschulen – namentlich die Gymnasien – seit Längerem zum Ausdruck bringen. Informatik ist gemäss Bundesvorgaben kein gymnasiales Pflichtfach und deshalb in den meisten Kantonen auch nicht Bestandteil der obligatorischen Ausbildung. Im Kanton St.Gallen wurde Informatik in früheren Jahren geführt, dann aber im Rahmen des Massnahmenpakets 04 aus der Stundentafel gestrichen. Die heutigen Angebote in Bezug auf die Informatik variieren von Schule zu Schule.

Mit dem neuen Projektauftrag geht es in einem ersten Schritt darum, die Ist-Situation in Bezug auf die Informatikausbildung an den einzelnen Mittelschulen zusammenzustellen. In einem zweiten Schritt sind die Lernziele und die inhaltlichen Erwartungen an das Fach zu klären. Dabei ist insbesondere zu definieren, welches Gewicht dem Aspekt der Informatik als Wissenschaft in Abgrenzung zur anwendungsorientierten Informatik und zur Vermittlung von Medienkompetenzen zukommen soll. In einem nächsten Schritt sollen sodann Vorschläge für Lehrplan und Stundentafel ausgearbeitet werden. Bei allen Themenfeldern sind die laufenden Entwicklungen auf übergeordneter Ebene, namentlich der EDK, zu berücksichtigen. Ziel ist es, ein neues Pflichtfach Informatik ab dem Schuljahr 2018/19 einzuführen.

 

Zur Erarbeitung der gestellten Aufgabe werden eine Projektgruppe und ein Lenkungsausschuss eingesetzt. Dem Lenkungsausschuss unter dem Vorsitz von Erziehungsrat Urs Blaser sollen neben Vertretungen vom Amt für Mittelschulen und der Mittelschulen selbst je ein Mitglied der abgebenden und der abnehmenden Schulstufe angehören. Für die inhaltliche Arbeit im Rahmen der Projektgruppe sind Fachleute aus dem Bereich der Mittelschulen vorgesehen. Die Mitglieder der Projektorganisation sollen an der Juni-Sitzung des Erziehungsrates gewählt werden.

Ein neuer Lehrgang: die Informatikmittelschule

An der Kantonsschule am Brühl St.Gallen und der Kantonsschule Sargans wird es ab dem Schuljahr 2017/18 einen neuen Lehrgang geben, die Informatikmittelschule (IMS).


 

Im Hinblick auf den Arbeitskräftebedarf und den Fachkräftemangel im Kanton St.Gallen liess die Regierung die Wirtschaftssektoren und Branchen vertieft prüfen. Es zeigte sich, dass insbesondere die Nachfrage nach Personen mit einer höheren Berufsbildung oder einem Hochschulabschluss gestiegen ist. Im Kanton St.Gallen fehlen vor allem hochqualifizierte Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen, sehr gut ausgebildete IT-Spezialisten sowie Fachkräfte im Bereich Elektrik und Elektronik. Im Gesundheitswesen erstreckt sich der Mangel auch auf die Assistenzberufe.

 

Bildungsoffensive mit Informatikmittelschule

Besonders prekär ist die Situation in der Informatikbranche. Mit einer Bildungsoffensive will die Regierung mehr qualifizierte Fachleute heranbilden. Dazu werden bestehende Lehrgänge an den Fachhochschulen gestärkt und ausgebaut. An der FHS St.Gallen ist auf das Jahr 2017 ein Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik geplant. An der HSR Rapperswil, wo es bereits ein Informatik-Studium gibt, wird dieses weiter gestärkt.

 

Überdies erhalten die Fachhochschulstudiengänge einen wirkungsvollen Zubringer: An der Kantonsschulen am Brühl St.Gallen und an der Kantonsschule Sargans sowie an der Berufsfachschule Rapperswil-Jona wird je eine Informatikmittelschule geschaffen. Der Start ist auf das Schuljahr 2017/18 geplant. Die Informatikmittelschule wird vier Jahre dauern, ein Praktikum einschliessen und – in Kombination mit dem Berufsmaturitätszeugnis kaufmännischer oder technischer Richtung – zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis Informatikerin/Informatiker führen. Der Abschluss befähigt zum Übertritt an die Fachhochschulen aber auch zum direkten Einstieg ins Berufsleben.

 

Die Schaffung einer Informatikmittelschule erfordert eine rechtliche Grundlage, Ergänzungen zum Mittelschulgesetz sowie zum Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die Berufsbildung. Diese Gesetzesanpassungen hat der Kantonsrat in der soeben durchgeführten Juni-Session in zweiter Lesung beschlossen.

Weitere Informationen

 

Für Rückmeldungen oder Fragen steht Ihnen das Amt für Mittelschulen, Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen gerne zur Verfügung. Klicken Sie hier (info.bldams@sg.ch).