Accesskeys

AMSblatt - November 2016

AMSblatt

Newsletter des Amts für Mittelschulen (AMS) des Bildungsdepartements des Kantons St.Gallen

Ausgabe November 2016

 

 

Fakultätsprüfungsvorbereitungsanstalt

 

Während Jahren hat sich die EDK mit dem Projekt «Langfristige Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs mit der gymnasialen Maturität» beschäftigt. Aus meiner Sicht ist diese Sicherung essentiell für das Gymnasium. Man stelle sich vor, wie es wäre, wenn die Maturandinnen und Maturanden Aufnahmeprüfungen für die Hochschulen zu absolvieren hätten! Sie wären beim Abschluss des Gymnasiums keine Maturi oder Maturae mehr. Nicht reif, sondern erst reifend, lediglich Maturanden. Erst die bestandene Aufnahmeprüfung würde unsere Schülerinnen und Schüler hochschulreif machen. Statt einer Aufnahmeprüfung könnten die Hochschulen den Zugang von einer landesweit einheitlichen Maturaprüfung abhängig machen. Mit beiden Testanordnungen würde das Gymnasium abgewertet und zu einer Prüfungsvorbereitungsanstalt verkommen. Ein wertvoller Teil gymnasialer Bildung würde aufgegeben, denn musische Fächer, die Förderung überfachlicher Kompetenzen, Theater, Literatur oder dergleichen würden reduziert, weil solcher «Stoff» weder bei der Zentralmatura noch bei der universitären Aufnahmeprüfung getestet würde. Zusätzlich könnte dann die Frage gestellt werden, ob es nicht sinnvoller wäre, - wennschon, dennschon - fakultätsbezogene Prüfungen durchzuführen. Diesfalls verkäme das Gymnasium zur Fakultätsprüfungsvorbereitungsanstalt.

 

Um die Maturität als Voraussetzung für den Eintritt in die Hochschule zu erhalten, hat das Gymnasium Hausaufgaben zu erledigen. Dazu gehört das Gemeinsame Prüfen, sei es im Team, in der Fachgruppe, an einzelnen Schulen oder schulübergreifend. Das Gemeinsame Prüfen kann ein wertvoller Beitrag zur Zusammenarbeit, zur Teamentwicklung und zur Unterrichtsentwicklung sein.

 

Christoph Mattle
Leiter Amt für Mittelschulen

Projektauftrag zur Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs

Der Kurzbericht zum Teilprojekt 1 zur langfristigen Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs «Basale fachliche Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit in Mathematik und Erstsprache» vom 12. Januar 2015 («Bericht Eberle») hat national Diskussionen ausgelöst. Vor dem Hintergrund der Feststellung, dass zahlreiche Maturandinnen und Maturanden zum Ausbildungsabschluss ungenügende Kompetenzen in den Fachbereichen Deutsch und Mathematik aufweisen, steht eine Stärkung dieser Fächer zur Diskussion.

 

Der Erziehungsrat hat bereits zwei punktuelle Projekte im Zusammenhang mit dem Teilprojekt 1 in Auftrag gegeben. Zum einen die Überprüfung des Promotionsreglements Gymnasium, zum anderen das Lernfördersystem Lernnavi. Die Mitarbeitenden an diesen Projekten haben vielfältige Zusammenhänge zwischen den beiden Projekten diskutiert und sind auf zusätzliche Fragestellungen gestossen, die sich nicht in den betreffenden Projektaufträgen wiedergefunden haben. Um diese Fragen bearbeiten zu können, ist es sinnvoll, ein flankierendes Projekt zu starten, in dem nicht nur einzelne spezifische Problemfelder, sondern die Gesamtzusammenhänge bearbeitet werden.

 

Das Amt für Mittelschulen hat dazu einen Projektauftrag erstellt, den der Erziehungsrat an seiner Sitzung von 16. November 2016 genehmigt und für die Umsetzung verschiedene Mitglieder in den Lenkungsausschuss und Arbeitsgruppen Deutsch und Mathematik gewählt hat.

Der Amtsleiter verabschiedet sich

Bild cm

Nach 14jähriger Tätigkeit als Leiter des Amtes für Mittelschulen verabschiede ich mich auf Ende Jahr und übergebe die Amtsleitung an Tina Cassidy. Ich danke allen, die mich in diesen Jahren begleitet und unterstützt haben, und bitte alle, diese Unterstützung auch Tina Cassidy zu schenken.

 

Es gibt vor der Pensionierung, wie ich realisiere, eine Frage, die sehr häufig gestellt wird: «Was tust du als Rentner?» Es gibt jene, die sofort nachhaken: «Wird dir nicht langweilig?» Und es gibt jene, die nachschieben: «Dir wird bestimmt nicht langweilig.»

 

Ich habe noch nicht herausgefunden, über welches Insiderwissen jene verfügen, die mir pätsch ins Gesicht sagen, es werde mir bestimmt nicht langweilig. In Tat und Wahrheit weiss ich nicht, ob es mir langweilig wird, denn ich habe in Sachen Pensionierung keine Erfahrung; ich werde zum ersten Mal pensioniert.

 

Langeweile befürchte ich nicht. Ich werde mich vermehrt meiner Familie widmen. Die eigene Familie besteht aus meiner (ersten) Ehefrau sowie aus vier Kindern, die allesamt noch ledig und noch kinderlos sind. Grossvaterfreuden könnten noch folgen. Ich habe 13 Geschwister, bin 60facher Onkel und habe vor, meine Geschwister sowie alle Nichten und Neffen jedes Jahr einmal zu besuchen ;-)

 

Ich werde in einem 30-Prozent-Pensum ehrenamtlich für eine caritative Organisation arbeiten. Ich werde weiterhin meinen Rebberg pflegen und pro Jahr 150 Flaschen Eigenbau herstellen. Ich werde weiterhin Mundartforschung betreiben, dazu publizieren und lokalhistorische Artikel verfassen. Ich werde den grossen Garten mit 80 Rosenstöcken pflegen. Ich bleibe Mitglied der Kantonalen Bibliothekskommission und Mitglied der Fürstlich-Liechtensteinischen Maturitätskommission. Ich werde weiterhin jedes Jahr eine Reise in ein Land unternehmen, das es eigentlich nicht gibt (bisher zum Beispiel: Athos, Südossetien, Transnistrien). Ich werde weiterhin malen – in Acryl und Öl. Immerhin ist eines meiner Werke zurzeit in New York ausgestellt (Bild). Ab und zu reise ich dahin, um mich um mein Bild zu kümmern.

 

Ein herzliches Adieu

Christoph Mattle

 

Jenen, die in New York mein Bild sehen möchten, kann ich auf speziellen Wunsch die Wohnadresse meiner Tochter bekannt geben.

 

 

Neue Mitarbeiterin im Amt für Mittelschulen

Barbara Bitzi

Barbara Bitzi, geboren 1983, aus Zürich, wird ab dem 1. Januar 2017 als Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin mit einem Pensum von 70% die Nachfolge von Tina Cassidy antreten. Sie hat an der Universität Zürich Geografie studiert und war danach Doktorandin und Assistentin am Geographischen Institut der Universität Zürich. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit der Situation unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender in der Schweiz. Parallel zum Doktoratsstudium hat Barbara Bitzi das Lehrdiplom für Maturitätsschulen erworben und unterrichtete von Mai 2015 bis Juli 2016 Geografie an der Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon SZ.

Neu auch mit Fachmaturität und Ergänzungsprüfung an die Universität

 

Ab kommendem Jahr können auch die Inhaberinnen und Inhaber einer Fachmaturität nach erfolgreichem Absolvieren einer Ergänzungsprüfung («Passerellen-Prüfung») an einer universitären Hochschule studieren.

 

Diese Möglichkeit bestand bislang bereits für die Absolventinnen und Absolventen einer Berufsmaturität. Der Bundesrat hat am 9. November 2016 eine entsprechende Verordnungsänderung beschlossen. Die Kantone haben der hierfür ebenfalls notwendigen Anpassung des interkantonalen Rechts am 27. Oktober 2016 an der EDK-Plenarversammlung zugestimmt.

 

Weitere Informationen:

Medienmitteilung

Regierung genehmigt Stundentafel für Informatikmittelschule (Ausrichtung Wirtschaft)

 

Ab dem Schuljahr 2017/18 wird im Kanton St.Gallen ein neuer Lehrgang «Informatikmittelschule (IMS)» eingeführt. Der Lehrgang wird in zwei Ausrichtungen geführt: einer kaufmännischen IMS (abgekürzt IMS-W, W für Wirtschaft) und einer technischen IMS (IMS-T). Die IMS-W wird an den Mittelschulen, konkret an der Kantonsschule am Brühl St.Gallen und an der Kantonsschule Sargans geführt werden. Die IMS-T wird am Berufs- und Weiterbildungszentrum Rapperswil-Jona starten.

 

Sowohl IMS-W als auch IMS-T führen zu einem Doppelabschluss mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis Informatikerin/Informatiker (Fachrichtung Applikationsentwicklung) und einer Berufsmaturität. In der IMS-W ist dies die Berufsmaturität Wirtschaft und Dienstleistungen, Typ Wirtschaft, in der IMS-T die Berufsmaturität Technik, Architektur und Life Sciences.

Die Aufbauarbeiten für die neuen Lehrgänge sind in vollem Gang. So steht zwischenzeitlich auch die Stundentafel fest, nachdem diese vom Erziehungsrat am 17. Oktober 2016 erlassen und von der Regierung am 8. November 2016 genehmigt worden ist. Die Stundentafel richtet sich nach den bundesrechtlichen Vorgaben, welche kaum kantonalen Spielraum zulassen.

 

Weitere Informationen:

www.ims-sg.ch und www.schule.sg.ch 

Lernnavi – Neuigkeiten aus den Entwicklungsteams

 

Vor den Herbstferien hat eine Vernehmlassung bei den Fachschaften Deutsch und Mathematik zu den geplanten Referenzrahmen stattgefunden. Diese wurden ausgewertet.

 


Die Entwicklungsteams Deutsch und Mathematik haben sich in ihren letzten beiden Sitzungen intensiv mit den Rückmeldungen der Fachschaften aus den Vernehmlassungen auseinandergesetzt und entwickeln die Referenzrahmen zurzeit unter Berücksichtigung der Vernehmlassungsantworten weiter. Die Antworten konnten den Entwicklungsteams wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die Weiterführung der Arbeiten liefern. Sobald weitere Ergebnisse feststehen, werden die Fachschaften direkt von den Entwicklungsteams angeschrieben und informiert.

Schulleitungen Mittelschulen

Das Amt für Mittelschulen hat eine Übersicht der Schulleitungen der sechs Mittelschulen mit den Zuständigkeitsbereichen erstellt.

Weitere Informationen:
PDF-Datei Übersicht Schulleitungen Schuljahr 2016/17 (16 kB, PDF)   24.11.2016

Für Rückmeldungen oder Fragen steht Ihnen das Amt für Mittelschulen, Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen gerne zur Verfügung. Klicken Sie hier (info.bldams@sg.ch).