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FAQ: E – G


Fachlehrperson mit reduziertem Betreuungsaufwand

Welche Lehrpersonen gelten als Fachlehrpersonen mit reduziertem Betreuungsaufwand?

Grundsätzlich ist jede Lehrperson als Standardlehrperson einzustufen. Eine Abweichung wird zwischen Arbeitnehmer/In und Arbeitgeber besprochen und vertraglich geregelt. Die Abweichungen sind in Art. 11 des Reglements über den Berufsauftrag der Volksschul-Lehrpersonen beschrieben.

Bei reinem Fachunterricht mit reduziertem Betreuungsaufwand für die Schülerinnen und Schüler kann eine Verlagerung vom Arbeitsfeld Schülerinnen und Schüler ins Arbeitsfeld Unterricht erfolgen (Art. 11 Bst. g Reglement über den Berufsauftrag der Volksschul-Lehrpersonen). Ziel ist die Anpassung der Anstellung an die effektiv zu erfüllenden Aufgaben. Reine Fachlehrpersonen mit reduziertem Betreuungsaufwand haben die Aufgaben, die im Arbeitsfeld Schülerinnen und Schüler beschrieben sind, nicht oder nur teilweise zu erfüllen. Die Anstellung für reinen Fachunterricht und die Gewichtung der Arbeitsfelder wird im Anstellungsgespräch besprochen und im Anstellungsvertrag einvernehmlich geregelt.

Es wird darauf hingewiesen, dass von der Möglichkeit der Anstellung als reine Fachlehrperson mit reduziertem Betreuungsaufwand zurückhaltend Gebrauch gemacht werden soll. Über die Flexibilisierung im Einzelfall entscheidet die Schulleitung mit der Lehrperson im Rahmen des Anstellungsgesprächs; der Schulträger steckt vorher den Rahmen für die mögliche Flexibilisierung ab.

Seitens des Amtes für Volksschule wird keine Empfehlung abgegeben, welche Lehrpersonen als reine Fachlehrpersonen mit reduziertem Betreuungsaufwand gelten.


Ferien

Welche Befugnis hat der Schulträger bzw. die Schulleitung, über das Setzen der Ferienwochen zu bestimmen?

Die Lehrperson gestaltet die Organisation ihrer Arbeitszeit während der unterrichtsfreien Zeit weitgehend selbständig. Während dieser Zeit bezieht die Lehrperson Ferien im Umfang, wie es im vergleichbaren Erwerbsleben üblich ist, kompensiert die Mehrbelastung, die sich während der Unterrichtszeit ergeben hat, bereitet den Unterricht nach und vor und legt ein Schwergewicht auf die Erfüllung von Aufgaben aus dem Arbeitsfeld Lehrperson. Der Schulträger resp. die Schulleitung definiert Zeitgefässe während der unterrichtsfreien Arbeitszeit, welche für gemeinsame Arbeiten im Arbeitsfeld Schule genutzt werden. Der Schulträger bzw. die Schulleitung kann dafür einzelne unterrichtsfreie Tage in den Randwochen der Schulferien festlegen. Die Daten sind frühzeitig zu kommunizieren.

(Art. 14 Verordnung zum Personalrecht der Volksschul-Lehrpersonen und Art. 15 Reglement über den Berufsauftrag der Volksschul-Lehrpersonen).


Flexibilisierung

Wer entscheidet über das Ausmass der Flexibilisierung?

Das Festlegen der Flexibilisierung in den Arbeitsfeldern liegt in der Kompetenz der vorgesetzten Stelle. Wenn die Gewichtung der Arbeitsfelder nicht einvernehmlich vereinbart werden kann, so kommt es zu keinem Anstellungsvertrag (Art. 78sexies Volksschulgesetz in Verbindung mit Art. 8 Verordnung zum Personalrecht der Volksschul-Lehrpersonen).

Besteht ein Anspruch der Lehrpersonen zur Flexibilisierung?

Anspruch auf Flexibilisierung gibt es nicht. Im Reglement zum Berufsauftrag sind für bestimmte Aufgaben Standard-Flexibilisierungen vorgeschlagen, so etwa für Klassenlehrpersonen, für Lehrpersonen mit Zusatzfunktionen (Stundenplanung, Bibliothek usw.), für Mentorate und die Berufseinführung usw. In der Regel und wenn die Aufgaben in der Schule vor Ort einen entsprechenden Arbeitsaufwand erfordern, sind diese Empfehlungen zu berücksichtigen (Art. 11 Reglement über den Berufsauftrag der Volksschul-Lehrpersonen).

Weshalb verändert sich beim Flexibilisieren nicht nur ein Arbeitsfeld?

Flexibilisierung bedeutet Verlagerung von Arbeitszeit zwischen den einzelnen Arbeitsfeldern (Art. 11 Reglement über den Berufsauftrag der Volksschul-Lehrpersonen). Sie ist im Rahmen der Bandbreiten möglich. Verschiebung von Arbeitszeit verändert die übrigen Arbeitsfelder ebenfalls, nicht nur das Arbeitsfeld Unterricht und jenes, wo die Arbeitszeit verschoben wird. Die Flexibilisierung wird beim Unterricht zur Berechnung der Arbeitszeit in den übrigen Arbeitsfeldern berücksichtigt. Die Verlagerung findet anschliessend statt. Dies ermöglicht eine optimale Umrechnung von Entlastung, die bisher in Anzahl Unterrichtslektionen berechnet wurde.

Eine Lektion entspricht zwar 59.903 Std. im Arbeitsfeld Unterricht – aber im gesamten gese­hen sind das nur 88% der Arbeitszeit für eine Unterrichtslektion. Es müssen die übrigen 12% auch noch mitberechnet werden. Jede bei der Flexibilisierung erfasste Stunde entspricht dem­nach 88% der Gesamtpensen-Veränderung.

Das Tool bietet folgende, in bestimmten Situationen anwendbare Möglichkeiten, um die An­passung der übrigen Arbeitsfelder zu vermeiden:

-     Zusatzvertrag für Unterricht Überzeit (bei Gesamtpensum > 100%)

-     Zusatzvertrag Projekt im Arbeitsfeld Schule (z.B. für Sonderaufgaben)

 


Gewichtung der Arbeitsfelder

Wie kann eine veränderte Standard-Verteilung durch gezielte Eingabe von Stundenwerten erreicht werden?

Bei Standardlehrpersonen beträgt die Normalverteilung in den Arbeitsfeldern (Art. 9 Reglement über den Berufsauftrag der Volksschul-Lehrpersonen):

  • Unterricht 88 Prozent;
  • Schülerinnen und Schüler 4 Prozent;
  • Schule 5 Prozent;
  • Lehrperson 3 Prozent.

Sollen diese Werte verändert werden, so kann dies durch manuelle Eingabe bei der Flexibilisierung (in Stunden) erfolgen. Um die Anzahl Stunden zu berechnen, die flexibilisiert werden sollen, wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  1. Festlegen der angestrebten Normalverteilung. Die Summe der vier Arbeitsfelder muss bei der Standardverteilung immer 100 Prozent ergeben.

  2. Berechnung der Flexibilisierung in Stunden mit der Formel:
    Anzahl Unterrichtslektionen * 59.903 h / %Unterricht der angestrebten Standardverteilung * %Flexibilisierung ins andere Arbeitsfeld bei der angestrebten Standardverteilung.

Beispiel:

Eine Lehrperson soll im Arbeitsfeld Schule zu 11 Prozent angestellt werden. Sie unterrichtet 17 Lektionen.

  1. Angestrebte Normalverteilung: 82 - 4 - 11 - 3
    (Das Arbeitsfeld Schule entsprach bei der Standardverteilung bisher 5%, es soll jetzt um 6% erhöht werden).

  2. Flexibilisierung: 17 * 59.903 h / 82 * 6 = 74.513 h

Die errechneten 74.513 h werden im Arbeitsfeld Schule als Flexibilisierung eingegeben.


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