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Frühe Förderung

Die Frühe Förderung unterstützt die Lernprozesse der Kleinkinder ab Geburt bis zum Schuleintritt und fördert die motorischen, sprachlichen, emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten des Kleinkindes. Sie unterstützt Eltern und Erziehende darin, ein Umfeld zu schaffen, das der gesunden Entwicklung des Kleinkindes förderlich ist, und trägt zur Chancengerechtigkeit hinsichtlich der Bildungschancen bei.

 

Frühe Förderung umfasst verschiedene Massnahmen und Angebote, die im Rahmen der Unterstützung von Familien, der familienergänzenden Kinderbetreuung, der Gemeindeentwicklung, der Integrationsförderung, der Gesundheitsförderung und Prävention oder als Vorbereitung des Schuleintritts stattfinden. Dabei wird zwischen der allgemeinen und spezifischen Frühen Förderung unterschieden. Während sich erstere generell an alle kleinen Kinder sowie ihre Eltern und nahen Bezugspersonen richtet, stehen bei letzterer kleine Kinder mit spezifischen Bedürfnissen im Vordergrund.

 

Obwohl das Vorschulalter, null bis vier Jahre, nicht direkt in den Zuständigkeitsbereich des Bildungsdepartementes gehört, hat das Departement ein grosses Interesse, die Entwicklungen und Anstrengungen der Gemeinden in der frühen Förderung zu unterstützen. Die Bildungsbiografie eines Kindes beginnt vor dem Eintritt ins formale Schulsystem. Das Amt für Volksschule betrachtet Bildungsprozesse aus einer ganzheitlichen Sicht und baut bei Bedarf Brücken zu frühen Bildungsangeboten auf.

Strategie

Mit der Strategie «Frühe Förderung» will der Kanton St.Gallen zusammen mit den Gemeinden und den Fachleuten aus der Praxis dafür sorgen, dass alle kleinen Kinder und ihre Familien im Kanton Zugang zu Angeboten der frühen Förderung haben. Damit dies möglich ist, braucht es Information, Koordination und ein Grundangebot, das allen kleinen Kindern und ihren Familien vor Ort in ihrer Wohngemeinde zur Verfügung steht.

 

Die Strategie «Frühe Förderung» umfasst rund 30 verschiedene kantonale Massnahmen, die von den drei zuständigen Departementen (Bildungsdepartement, Gesundheitsdepartement und Departement des Innern) bis 2020 umgesetzt werden sollen. Besonderes Gewicht erhalten die Massnahmen «Förderung der Familienzentren», «Ausbau der Elternbildung», «Vernetzung der Grundangebote», «Stärkung der Gesundheitsförderung und Kleinkindberatungsangebote» sowie «Rahmenbedingungen für Spielgruppen». Der Kanton erstellt Hilfsmittel und fördert Projekte und Entwicklungen in den Gemeinden fachlich und finanziell.

Heilpädagogische Frühförderung

Unter dem Begriff Frühförderung werden im Kanton St.Gallen medizinisch indizierte sonder- und heilpädagogische Massnahmen verstanden. Darin summiert sind Leistungen der heilpädagogischen Früherziehung, der Logopädie, der Physio- und Ergotherapie, der Audiopädagogik sowie weiteren Therapieformen.

 

Die Heilpädagogische Frühförderung richtet sich an alle Kinder mit Behinderung ab Geburt bis zum Schuleintritt, die dem Unterricht in der Regelschule ohne spezifische Förderung voraussichtlich nicht werden folgen können.

Elternbildung

Elternbildung im Frühbereich ist eine familienunterstützende Dienstleistung der Kinder- und Jugendhilfe. Sie entfaltet ihre Wirkung in der Prävention und leistet einen Beitrag zu guten strukturellen Bedingungen für die elterliche Betreuungs- und Erziehungsarbeit von kleinen Kindern. Elternbildung im Frühbereich begleitet die Identitätsbildung der Eltern als verantwortliche Eltern und deren Auseinandersetzung mit den Prinzipien der elterlichen frühen Förderung. Sie vermittelt qualitativ gute Informationen zu alltagsrelevanten Fragen, eröffnet den Eltern neue Handlungsoptionen, fördert deren gegenseitigen Austausch und stärkt die informellen Netzwerke von Familien. Ziel der Elternbildung ist, eigene Bildungsprozesse der Eltern zu begleiten und deren Integrität zu wahren.