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FAQ

Welche Tests eignen sich, um bei Schülerinnen und Schülern mit Vorkenntnissen in Französisch oder Englisch eine Standortbestimmung zu machen?

Von Cambridge steht ein gratis online Test für Kinder zu Verfügung (Young Learners).

Danach bekommt man ein geschätztes Niveau: YLE (Young Learners Englisch) Starters, Movers (A1) oder Flyers (A2).

 

Weiter gibt es, ebenfalls von Cambridge, einen Placement Test für Kinder.

 

Für Französisch wird eine Selbsteinschätzung auf dieser Website vorgeschlagen. Im Register hat es Probetests. Für Kinder sind DELF Prim und DELF Junior geeignet. Die Selbsteinschätzung hingegen ist auf das Alter 15+ ausgerichtet und ziemlich komplex.

 

Auf der Site von Europass können Lernende eine Selbsteinschätzung machen für alle Sprachen anhand der Globalskala A1-C2. Die Kompetenzformulierungen sind für Kinder nur mit Hilfe Erwachsener verständlich.

 

Warum werden im Kanton St.Gallen zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe unterrichtet?
Der Kanton St.Gallen verfolgt zusammen mit den meisten anderen Kantonen die nationale Sprachenstrategie zur Weiterentwicklung des Sprachenunterrichts der Eidgenössischen Erziehungsdirektoren-Konferenz EDK:
Die erste Fremdsprache wird spätestens ab der 3. Primarklasse, die zweite Fremdsprache ab der 5. Primarklasse unterrichtet. Eine der beiden obligatorischen Fremdsprachen muss eine Landessprache sein.
 

Lernen alle Schülerinnen und Schüler der Deutschschweiz zuerst Englisch und als zweite Fremdsprache Französisch?
Nein. In den Kantonen der Ost- und Zentralschweiz ist die erste Fremdsprache Englisch.
In den Kantonen entlang der Sprachgrenze ist es umgekehrt.

Wie hängen HarmoS und Fremdsprachenunterricht zusammen?
Die 15 Kantone, die dem HarmoS-Konkordat beigetreten sind, sind verpflichtend an die nationale Sprachenstrategie mit zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe gebunden. Das St.Galler Stimmvolk befürwortete 2008 an der Urne den Beitritt zum HarmoS-Konkordat und haben diesen Beitritt in der Abstimmung vom September 2016 bestätigt.

Warum lernen Primarschülerinnen und -schüler Französisch?
Die Sprache ist der Schlüssel zur Identität, sie ermöglicht Kommunikation und soziale Integration. Sie ist Grundlage fürs Lernen und für die Teilnahme an der Gesellschaft. Die Schweiz hat vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.
Zur Förderung des «Sprachenfriedens» in unserem Land sind die Kantone angehalten, allen Schülerinnen und Schülern Kenntnisse in einer zweiten Landessprache zu vermitteln.

Was bringt es meinem Kind konkret, wenn es Französisch kann?
Rund die Hälfte der Jugendlichen, die eine Lehre machen, entscheidet sich für einen Beruf, bei dem in der Berufsschule Französisch auf dem Stundenplan steht.
Erhebungen zeigen, dass Arbeitnehmende zwischen 10 bis 30% mehr verdienen, wenn sie Englisch und Französisch sprechen.

Kann mein Kind vom Französischunterricht dispensiert werden?
Grundsätzlich ist eine Dispensation in allen Schulfächern möglich. Die Schulbehörden sind angehalten, zurückhaltend und nur in begründeten Ausnahmefällen eine solche zu genehmigen. Dies ist im Sonderpädagogik-Konzept für die Regelschule geregelt. Es braucht eine Abklärung beim Schulpsychologischen Dienst. Eine Dispensation ist in der Regel ein endgültiger Entscheid.

Die Volksschule hat den Auftrag jedes Kind gemäss seinen Fähigkeiten zu fördern und bei Schwierigkeiten für die notwendige Unterstützung zu sorgen. Als erstes muss der Unterricht noch mehr den Kindern mit besonderen Voraussetzungen angepasst werden. Als zweiter Schritt können für lernschwache Kinder individuelle Lernziele verfügt werden.

Die Dispensation ist erst der letzte Schritt, wenn die vorhergehenden Massnahmen zur Unterstützung keinen Erfolg brachten.

Wie wird die Rechtschreibung im Fremdsprachenunterricht gehandhabt?
Wichtigstes Ziel ist die Verständlichkeit: Schülerinnen und Schüler sollen sich in der neuen Sprache mitteilen können. Erst an zweiter Stelle geht es um die korrekte Schreibweise. Diese wird erst nach dem ersten Schuljahr in der neuen Sprache bewertet: Die Schülerinnen und Schüler bauen eine zunehmend korrekte Schreibweise auf und sollen vor allem in häufig verwendeten Wörtern keine Fehler mehr machen.

Diktate, wörtliche Übersetzungen und isolierte Wörterprüfungen «Deutsch – Englisch» oder «Deutsch – Französisch» entsprechen nicht dem aktuellen Unterrichtsverständnis und sollen nicht durchgeführt werden. Wörter sollen im Kontext gelernt werden.

 

Können Kinder profitieren von der ersten Fremdsprache, wenn sie eine zweite lernen?

Ja: Es wurde erforscht, dass Kinder nicht überfordert sind mit zwei Fremdsprachen.
Vielmehr bedeutet es einen höheren Lernaufwand, wenn die zweite Fremdsprache erst spät einsetzt. Dank der modernen Mehrsprachendidaktik werden Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen im Unterricht besprochen und die Kinder können Wissen und Strukturen aus der ersten direkt auf die zweite Fremdsprache übertragen.

 

Darf man in den Fremdsprachen Hausaufgaben geben?
Für den Fremdsprachenunterricht gelten dieselben Vorgaben wie für alle anderen Fächer: Hausaufgaben sind dann sinnvoll, wenn sie selbständig bearbeitet werden können und wenn sie im Unterricht aufgegriffen, ausgewertet und weiterverwendet werden. Weitere Informationen finden sich auf dieser Seite.


Wie werden Fremdsprachen auf der Primarstufe benotet?
Die Beurteilung für Französisch und Englisch auf der Primarstufe ist genau gleich wie in den anderen Fächern: Es gibt schriftliche und mündliche Lernkontrollen und auch eine Note im Zeugnis. Auf der Primarstufe sind die mündlichen Leistungen stärker zu gewichten als die Schriftlichkeit. Die Zeugnisnote setzt sich nicht einzig aus den schriftlichen Prüfungen zusammen, sondern sie soll ein ganzheitliches Bild über alle Sprachkompetenzen abbilden.

 

Wie wichtig ist die Erstsprache fürs Fremdsprachenlernen?

Die sichere Beherrschung der Erstsprache (Muttersprache) ist eine wichtige Voraussetzung fürs Lernen von Fremdsprachen. Insbesondere Familien mit Migrationshintergrund sollen daher die Erstsprache ausreichend pflegen. Der Besuch von HSK-Kursen (Heimatliche Sprache und Kultur) ist daher für Kinder, die zuhause nicht Deutsch sprechen, sehr empfohlen. So lernen sie, die Erstsprache auch in ihrer Schriftlichkeit zu vertiefen. Weitere Informationen zum HSK-Unterricht finden Sie auf dieser Seite.

 

Wo erhalten Lehrpersonen Unterstützung, wenn sie einen Klassenaustausch oder ein gemeinsames Projekt mit einer Klasse aus der Westschweiz planen?

Die Movetia bietet und vermittelt eine Vielzahl von Möglichkeiten des Austauschs: Nicht nur für Schulklassen, sondern auch für Lehrpersonen, die Kontakt mit einer Kollegin / einem Kollegen aus dem anderen Sprachgebiet aufbauen möchten.

 

Ein Schüler besucht aufgrund eines Wohnortwechsels ab dem neuen Schuljahr die 1. Sekundarschule. Die Primarschule hat er im Kanton Graubünden besucht und weist dementsprechend keine Kenntnisse in Französisch auf. Wie können die Lehrpersonen den Schüler unterstützen, sodass der Schüler keine Nachteile für seine Schulkarriere hat?

Gemäss Sonderpädagogik-Konzept für die Regelschule können Schülerinnen und Schüler bei schulischen Schwierigkeiten zusätzlich zum Klassenunterricht mit Nachhilfeunterricht gefördert unterstützt werden (Abschnitt: 4.3.2 Nachhilfeunterricht). «Dabei handelt es sich um eine befristete Massnahme zur Überbrückung von besonderen Situationen (wie z.B. Wohnortwechsel). Die Lerninhalte werden einerseits auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und andererseits auf die Themen der Klasse abgestimmt. Der Nachhilfeunterricht findet im Einzel- oder Kleingruppenunterricht und in Absprache mit den Beteiligten während oder ausserhalb des regulären Unterrichts statt…».

Somit ist der Nachhilfeunterricht für den Schüler, welcher aus dem Kanton Graubünden zuzieht, sicherlich eine adäquate Massnahme, damit der Schüler die (verpassten) Unterrichtsinhalte in Französisch aufholen kann. In der Regel können gut begabte und motivierte Schülerinnen und Schüler schnell dem Französischunterricht in der Klasse partizipieren. Die Schule ist dafür zuständig, dass der Anschluss gewährleistet und sichergestellt wird.

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